„Feuer, Wasser, Krieg und andere Katastrophen“

Dieser Informationstag findet in einem zweijährigen Turnus statt und steht dieses Jahr unter dem Motto "Feuer, Wasser, Krieg und andere Katastrophen".

Gemeinsam mit dem Stadtarchiv Rottenburg beteiligt sich auch das Diözesanarchiv Rottenburg mit einer ganztägigen Veranstaltungssequenz an diesem bundesweiten Tag der Archive.

Rottenburg hat in dieser Hinsicht bereits leidvolle Erfahrungen gemacht: Erinnern wir uns nur an den ersten großen Stadtbrand, der am 19. August 1644 ausbrach. Er zerstörte 556 Gebäude, darunter das Rathaus mit sämtlichen Dokumenten. Kriege und ein weiterer Stadtbrand hinterließen ebenfalls ihre Spuren in der schriftlichen Überlieferung.

Auch heute ist Archivgut Gefahren ausgesetzt. Unvergessen ist der Einsturz des Kölner Stadtarchivs am 3. März 2009, der von einem Moment zum anderen eines der größten und wertvollsten Kommunalarchive in unserem Land in einen Schutthaufen verwandelte. Ist so geschädigtes Archivgut unrettbar verloren?

Andererseits: Was können die Archive, was kann aber auch der Privatmann tun, um geliebte und unersetzliche Erinnerungsstücke vorbeugend zu schützen: das Tagebuch der Großmutter, das Fotoalbum der Eltern oder sonstige Dokumente von älteren Verwandten, von ehemaligem Hausbesitz oder alten Freunden?

Mit solchen und ähnlichen Fragen werden die Rottenburger Archivare sich am 3. März beschäftigen.

Themen und Angebote des Tages sind:

- Stadtführung: "Vergeblicher Arbeit allen Löschens." Auf den Spuren der Rottenburger Stadtbrände.
Uhrzeiten: 11.30 und 14.30 Uhr, Treffpunkt: Domgemeindehaus, Stadtlanggasse 6, Rottenburg

- Rottenburger Katastrophen in Wort und Bild: Präsentation von ausgesuchten Archivalien, u.a. aus Dompfarrarchiv und Stadtarchiv.
- Im Kampf gegen die Zeit. Pfarrarchivrettung nach einem Hochwasser im August 2011. Ein Tatsachenbericht des Diözesanarchivs, mit Schautafeln und Bildern.

- Gefahren im Archiv – auch für den Menschen? Vorstellung von Maßnahmen zum Arbeitsschutz in Archiven und Bibliotheken.
- Gefriergetrocknet und gespalten, angefasert und eingebettet. Vorführung von Behandlungsmethoden bei Papierschäden anhand restaurierter Bände aus dem Fundus der Rottenburger Archive.

- Bestandserhaltung hört nimmer auf – wie schützt man seine Dokumente vor dem Zahn der Zeit?

Interessierte können eigene geschädigte Bücher oder Papiere mitbringen, um sich über Behandlungsmethoden zu informieren.

Wer? Diözesanarchiv Rottenburg und Stadtarchiv Rottenburg am Neckar
Wann? Samstag, 3. März 2012, 10.30 – 17.00 Uhr
Wo? Domgemeindehaus, Stadtlanggasse 6, Rottenburg am Neckar

Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist kostenlos.

Dr. Thomas Broch