Flächendeckende Versorgung nicht gefährden

Rottenburg / Untermarchtal. 29. März 2014. Bischof Gebhard Fürst mahnt die seit Jahren unzureichende Refinanzierung von Pflegediensten an. Mit großer Sorge betrachte er die kritischen Entwicklungen zwischen den Kranken- und Pflegekassen auf der einen Seite und den Trägern der Pflege auf der anderen Seite. Dies sagte der Rottenburg-Stuttgarter Bischof am Samstag am Rande der Sitzung des Diözesanrates in Untermarchtal mit Blick auf den Runden Tisch zur häuslichen Krankenpflege, der am kommenden Montag im Stuttgarter Sozialministerium tagt.

„Die Entwicklungen in der ambulanten Pflege geben Anlass zur Sorge. Dringend erwarten wir im Interesse der vielen davon betroffenen Pflegebedürftigen, deren Angehörigen, aber auch im Interesse der Pflegekräfte eine auskömmliche Refinanzierung der ambulanten Pflege."

Wenn hier keine weiteren Verbesserungen erreicht würden, gefährde die Situation nicht nur die flächendeckende Sicherstellung von Leistungen der häuslichen Kranken- und Altenpflege, sondern schmälere auch die Attraktivität der Pflegeberufe. „Der demographische Wandel stellt Aufgaben, die klare Antworten verlangen“, so Fürst. Er wies dabei auf eine der vier pastoralen Prioritäten seiner Diözese hin: „Caritas ist eine unverzichtbare Wesensäußerung der Kirche im Sinne der Pastoral des zweiten Vatikanischen Konzils. Caritas umfasst neben der kirchlichen Hilfe in der Not immer auch die politische Anwaltschaft für Benachteiligte und Schwache“.

Gleichzeitig äußerte Fürst sich positiv darüber, dass das baden-württembergische Sozialministerium die Anregung der kirchlichen Verbände aufgegriffen und einen Runden Tisch zur Pflege initiiert habe.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart gibt es 79 katholische Sozialstationen, die ambulante Pflegedienste anbieten. Die rund 2.500 in der ambulanten Pflege Beschäftigten werden von rund 9.000 Ehrenamtlichen unterstützt.

Etwa 60 % der tarifgebundenen ambulanten Pflegedienste bei Caritas und Diakonie in Baden-Württemberg schreiben rote Zahlen.