Franziskanischer Geist: Visionen für ein Wirtschaftsgymnasium

Dies hat Weihbischof Johannes Kreidler bei der Einweihung des Neubaus für das Wirtschaftsgymnasium St. Klara in der Rottenburger Weggentalstraße betont und dabei den Reformpädagogen Hertmut von Hentig zitiert. „Unter einem Dach“ lautete das Motto der Einweihungsfeier. Unter einem Dach vereint die Freie Katholische Schule St. Klara in der Trägerschaft der Franziskanerinnen-Kongregation von Sießen jetzt drei Schulen: eine Realschule, ein Progymnasium und das Wirtschaftsgymnasium, das bereits im September 2007 mit 64 Schülerinnen und Schülern den Lehrbetrieb aufgenommen hatte. Für insgesamt 1.006 Schülerinnen und – im Wirtschaftsgymnasium – fünf Schüler ist St. Klara nach den Worten des Rottenburger Weihbischofs „ein wichtiger Lernort“, an dem Wissen vermittelt und angeeignet wird, aber auch „im Sinne von Persönlichkeitsbildung und Herausbildung eigener Urteilsfähigkeit, damit junge Menschen lernen, sich auf dem ausufernden Markt der Weltanschauungen und der lebenskundlichen Angebote zu bewegen“. Hinzukommen müsse auch „die Fähigkeit, in sozialer Kompetenz Leben zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen“, unterstrich Kreidler. Er sei beeindruckt von der großen Wertschätzung, deren sich katholische Schulen in freier Trägerschaft in allen Schularten erfreuten.

Mit Berufung auf das biblische Gleichnis von den Talenten betonte Weihbischof Kreidler, Werteerziehung in der Schule habe „viel mit Erziehung zu Selbstvertrauen und aktivem Mitwirken zu tun“. Das eigene Leben und die eigene Person müsse eingebracht werden. „Glaubt an euch und an eure schönen Talente“, ermutigte der Weihbischof die Jugendlichen.

In einer Schule in Trägerschaft eines Franziskanerinnen-Ordens hätten Verantwortung und Mitwirken „bestimmte Qualitätsmerkmale“, sagte Johannes Kreidler. Es sei interessant, gerade für ein Wirtschaftsgymnasium Visionen zu entwickeln, die sich am Geist des Ordensgründers Franz von Assisi orientierten. „Ohne die bleibende Spannung zwischen Ökonomie und Ethik romantisierend auflösen zu wollen“, gingen von Franziskus doch Impulse für einen „allemal notwendigen Brückenschlag“ aus. Globalisierung könne nicht nur Geldkonzerne und „knallharte Gewinnstrategien“ heißen, sondern müsse auch „Gerechtigkeit, Machtkontrolle, Eine-Welt-Ethos“ bedeuten. Franziskus stehe für die Vision einer „weltumspannenden Geschwisterlichkeit“, gab Weihbischof Johannes Kreidler den jungen Leuten ebenso wie der Schulleitung und den Lehrkräften mit auf den Weg – verbunden mit einem Glückwunsch zur Einweihung des neuen Wirtschaftsgymnasiums, aber auch als Leitgedanken für alle drei Schulen „unter einem Dach“ von St. Klara.