Für besondere Opfer des Menschenhandels

Der 2009 zunächst für zwei Jahre eingerichtete und jährlich mit 10.000 Euro ausgestattete Fonds biete vor allem Frauen Hilfe, die nicht vom Opferfonds des Landes erfasst werden, sagte die Ordinariatsrätin zum internationalen Weltfrauentag am Montag in Stuttgart. Sie forderte ein Bleiberecht für Opferzeuginnen. Das sind Frauen, die mit falschen Versprechungen in die Prostitution nach Deutschland gelockt wurden und hier als Zeuginnen aussagen.

Die Diözese hilft mit dem Fonds traumatisierten Frauen mit unklarem Herkunftsland oder aus Nicht-EU-Ländern mit Erstattung von Dolmetscher- und Passkosten oder etwa mit der Finanzierung einer Behandlung. Dabei arbeitet sie als Mitglied im landesweiten Regionalbündnis gegen Zwangsprostitution und Frauenhandel eng zusammen mit Fachberatungsstellen, die Hilfeanträge stellen. Mit Hilfe des Opferfonds konnten zum Beispiel zwei Frauen aus Nigeria Pässe bekommen. Insgesamt gab es zwölf bewilligte Anträge. Der katholische Verband für Frauensozialverband IN VIA, dessen Bundesvorsitzende Stetter-Karp ist, nimmt im Auftrag der Diözese die Vertretung im Regionalbündnis wahr. Opfer von Menschenhandel stehen laut der Ordinariatsrätin nach der Zeugenaussage oft vor enormen Schwierigkeiten. Meist hätten sie nicht mal Geld für die Fahrt zu ihren Botschaften. „Auch wenn im Einzelnen kleine Beträge fehlen, kann das den Frauen doch den Weg in eine Zukunft mit Würde verbauen.“

Mehr Informationen bei Ute Niemann-Stahl, HA Caritas, Tel. 0711/9791-392.

Uwe Renz