"Für eine Welt des Friedens"

Der italienische Regisseur Ricky Tognazzi erzählt die Lebensgeschichte des Papstes als die Geschichte einer wechselvollen, lebenslangen Freundschaft dreier Männer. Von 1881, dem Geburtsjahr von Angelo Giuseppe Roncalli, bis zu dessen Tod am 3. Juni 1963 spannt der Regisseur den Bogen eines Lebens für den Frieden. Mit sparsam eingesetzten Dokumentaraufnahmen werden Filmdokumente und Fiktion zu einem Porträt verwoben. Tognazzi, einer der profiliertesten Regisseure des aktuellen italienischen Kinos, drehte an einer Vielzahl von Originalschauplätzen in ganz Europa, aber vor allem in Italien. Verkörpert wird Roncalli vom britischen Schauspieler Bob Hoskins.

Die Biografie des Papstes, der am 28. Oktober 1958 zum Papst gewählt wurde, führt vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Kalten Krieg. Sie erzählt das ereignisreiche Leben des Angelo Guiseppe Roncalli aus Sotto il Monte, einem ärmlichen Dorf am Rande der Alpen, der es ins Priesterseminar schafft und ein Leben des Glaubens und Gottvertrauens lebt. In seiner Zeit als Papst berührte er nicht nur die Herzen christlicher Gläubiger, sondern auch die zahlreicher Nicht-Christen. In einer Filmkritik heißt es: "Der Film zeugt von einer großen Bewunderung für einen Papst, der mit seiner menschenfreundlichen und friedvollen Art die Herzen aller gewann, tendiert jedoch allzu sehr dazu, die historische Figur zu einem süßlichen Heiligenbild zu überhöhen. Die Leistung dieses Papstes für die Weltkirche kommt indes zu kurz, und die Chance, sein Wirken auch einem Publikum nahe zu bringen, das nicht ohnehin schon zu seinen Verehrern zählt, wird vertan" (Rheinischer Merkur, 20. Juli 2005).

Hinweis: Im Rottenburger Kino im Waldhorn läuft der Film vom 15. bis 21. September (jeweils um 18 Uhr).



Kurzbiografie Johannes XXIII.

1881 am 25. November geboren in Sotto il Monte bei Bergamo.

1904 Priesterweihe.

1925 Ernennung zum apostolischen Visitator für Bulgarien.

Bischofsweihe.

1934 Ernennung zum apostolischen Administrator der Katholiken des
lateinischen Ritus in der Türkei und Griechenland.

1944 Ernennung zum Nuntius von Paris.

1950 Reisen nach Belgien, Holland, Nordafrika, Spanien.

1953 Ernennung zum Patriarchen von Venedig.

Kardinalsstand.

1958 28. Oktober: Wahl zum Papst.

1959 25. Januar: Ankündigung eines Konzils und einer Diözesansynode.

1962 11. Oktober: Eröffnung des Zweiten Vatikanischen Konzils.

1963 3. Juni: Johannes XXIII. stirbt in Rom.

2000 3. September: Seligsprechung.



Die zehn Gebote der Gelassenheit – von Papst Johannes XXIII.

1. Leben: Nur für heute werde ich mich bemühen, einfach den Tag zu erleben - ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

2. Sorgfalt: Nur für heute werde ich größten Wert auf mein Auftreten legen und vornehm sein in meinem Verhalten: Ich werde niemanden kritisieren; ja ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern... nur mich selbst.

3. Glück: Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin ... nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.

4. Realismus: Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.

5. Lesen: Nur für heute werde ich zehn Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für das Leben des Leibes notwendig ist, ist die gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

6. Handeln: Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen - und ich werde es niemandem erzählen.

7. Überwinden: Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe. Sollte ich mich in meinen Gedanken beleidigt fühlen, werde ich dafür sorgen, dass niemand es merkt.

8. Planen: Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht genau daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

9. Mut: Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist. Und ich werde an die Güte glauben.

10. Vertrauen: Nur für heute werde ich fest daran glauben – selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten -, dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.