Für schwierige Jahre in der Zukunft gut vorgesorgt

Dies hat Generalvikar Clemens Stroppel, am Montag in Stuttgart vor Medienvertretern betont. In einer Pressekonferenz stellte er den wirtschaftlichen Jahresbericht der Diözese für das Jahr 2007 und die Haushalte für die Jahre 2009 und 2010 vor. Der Diözesanrat als Kirchensteuerrat hatte am Wochenende die Jahresrechnung 2007 festgestellt und den nächsten Doppelhaushalt beschlossen. Trotz der aktuell noch günstigen wirtschaftlichen Situation sei eine nachhaltige Ausgabenpolitik und ein institutionalisiertes Risikomanagement „ein Gebot der Klugheit und des Verantwortungsbewusstseins“, betonte Stroppel. Dazu gehöre es auch, die Strategie der Aufgabenpriorisierung und der Reduzierung von Ausgaben konsequent fortzusetzen, die 2003 und 2004 beschlossen und bis 2010 festgeschrieben worden sei und ein Einsparvolumen von insgesamt 35 Millionen Euro vorsehe.

Jahresrückblick 2007

Das Kirchensteueraufkommen belief sich nach den Ausführungen des Generalvikars im Jahr 2007 auf insgesamt rund 477,64 Millionen Euro. Nach Abzug verschiedener pauschaler Kosten verblieben netto rund 374,6 Millionen Euro. Das sind 18 Millionen Euro bzw. knapp 5,2 Prozent mehr als im Vorjahr 2006. Nach Abzug von knapp 30 Millionen Euro „Vorwegsausgaben“ für gemeinsame Aufgaben von Diözese und Kirchengemeinden verblieben verteilbare Mittel in Höhe von etwas über 344 Millionen Euro, die mit jeweils rund 172 Millionen Euro zu gleichen Teilen den Kirchengemeinden und der Diözese zugewiesen werden konnten. Das Kollekten- und Spendenaufkommen habe mit insgesamt 15,22 Millionen Euro nach wie vor eine leicht steigende Tendenz gezeigt, erläuterte Stroppel; die Sternsingeraktion 2007 in der Diözese Rottenburg-Stuttgart liege mit knapp 4,2 Millionen Euro bundesweit an der Spitze. Im Gesamtergebnis hätten die Einnahmen, die – nach der Zuweisung der Finanzmittel an die Kirchengemeinden - für die Wahrnehmung zentraler diözesaner Aufgaben zur Verfügung gestanden hätten, knapp 293 Millionen Euro betragen. Trotz der nominal steigenden Einnahmen, so der Generavikar, seien die Realeinnahmen, also die Kaufkraft, nach Einbrüchen früherer Jahren wieder auf dem Stand des Jahres 1998 gewesen.

Diesen Einnahmen in Höhe von knapp 293 Millionen Euro standen 2007 nach Darstellung des Generalvikars auf der Ausgabenseite der Diözese etwas über 273 Millionen Euro gegenüber. Davon nehmen die Personalkosten der über 3.000 Vollzeitkräfte im Dienst der Diözese mit fast 161 Millionen Euro bzw. 70,4 Prozent die weitaus größte Position ein. Da auch in den fast 38 Millionen Euro Betriebskostenzuschüssen für Dienste und Einrichtungen in der Diözese hohe Personalkostenanteile enthalten sind, sei die tatsächliche Personalquote erheblich höher gewesen, machte Generalvikar Stroppel deutlich. Insgesamt weise der Jahresabschluss 2007 mit 19,4 Millionen Euro – rund 5,8 Millionen mehr als im Jahr 2006 – ein positives Ergebnis aus. Dies, so Stroppel, sei ein erfreuliches Resultat, das gestiegenen Einnahmen, aber auch einer strikt verantwortungsvollen Haushaltspolitik entspringe. Aber „für die künftigen Jahre werden wir diesen Puffer dringend benötigen“, betonte der Generalvikar.

Haushalte 2009 und 2010

Mit breiter Zustimmung hat nach den Worten von Generalvikar Stroppel der Diözesanrat am Wochenende ausgeglichene Haushalte für die kommenden beiden Jahre verabschiedet. Für 2009 werde ein Brutto-Kirchensteueraufkommen von rund 499 Millionen Euro, für 2010 von rund 506 Millionen Euro erwartet. Nach Abzug überdiözesaner und gemeinsamer Aufwendungen in den Jahren 2009 und 2010 können jeweils rund 360 Millionen zu gleichen Teilen an die Kirchengemeinden und den Diözesanhaushalt verteilt werden. Das bedeute einen nominalen Zuwachs von je 1,5 Prozent, dem allerdings Kostensteigerungen von je 3,5 Prozent beim Personal und je 2 Prozent bei den Sachkosten gegenüberstünden, so Stroppel. Dennoch könne die Diözese ihren Aufgaben bei gleichbleibendem Personalstand auch weiterhin nachkommen.

Allerdings stehe man auch vor teilweise nicht einschätzbaren Risiken, betonte Stroppel. Unter anderen werde die Kirchensteuer, die aus Lohn- und Einkommenssteuer resultiere, unmittelbar in Mitleidenschaft gezogen. Auch die künftige Steuergesetzgebung sei, ebenso wenig wie die aktuelle Finanzkrise, in ihren Auswirkung auf die wirtschaftliche Situation der Diözese absehbar.