Ganz Europa im Blick

Nach Reisen unter anderem nach Polen, Litauen und Lettland hat sie nun die Ukraine im Blick, das nach Russland flächenmäßig zweitgrößte Land Europas. „Das Zusammenwachsen Europas bietet die Chance, dass auch die Kirche sich ihres Auftrags zur Einheit wieder stärker bewusst wird“, sagte die Leiterin der Pilgerstelle, Ursula Binder, am Mittwoch vor einer neuntägigen Erkundungsreise nach Kiew, Lviv (Lemberg) und Odessa. Auf dem Programm stehen Begegnungen mit dem ukrainischen griechisch-katholischen Patriarchen von Kiew, Erzbischof Lubomir Husar, und mit dem Bischof von Odessa, Bronislaw Bernacki. Die Reisegruppe besucht auch die Höhlenklöster bei Kiew sowie Klöster im westukrainischen Lviv, der Metropole des früheren Galiziens.

Die Ukraine mit 48 Millionen Einwohnern ist seit je konfessionell gemischt. Knapp die Hälfte der Bevölkerung des Landes mit über 600.000 Quadratkilometer Landfläche gehört der ukrainisch-orthodoxen Kirche und der ukrainisch-orthodoxen Kirche des Moskauer Patriarchats an. Die mit der römisch-katholischen Kirche unierte ukrainische griechisch-katholische Kirche hat etwa 5,5 Millionen Gläubige, die vorwiegend polnisch geprägte römisch-katholische 1,1 Millionen. Im Laufe der über 1.100-jährigen Geschichte des Landes zwischen Russland, Weißrussland, Polen, Slowakei, Ungarn, Rumänien, Republik Moldau und Schwarzem Meer entstanden auch Spannungen zwischen den christlichen Konfessionen, die bis heute spürbar sind.

Uwe Renz