Garant für einen weltoffenen Glauben

In seinem Grußwort am Ende des Festgottesdienstes am Mittwoch, 16. September, betonte Kreidler, Bischof Fürst sei mit seiner Theologie und mit seinen seelsorgerlichen Perspektiven ein Garant für eine „weltoffene Verantwortung des christlichen Glaubens“. Er mache Mut zu einer sensiblen Begegnung der Kirche mit der Gesellschaft, mit Kultur und Wissenschaft, und zu einer Offenheit für den Reichtum, den das kulturelle und gesellschaftliche Leben dem Glauben anbiete. Besonders dankte Weihbischof Kreidler dem Bischof für sein „dezidiertes Votum für das Zweite Vatikanische Konzil und für die Weltoffenheit des Glaubens“ am Beginn dieses Jahres.
In seiner Predigt wies Bischof Fürst mit Bezug auf ein biblisches Bild der Kirche als „Hauswesen Gottes“ darauf hin, dass zu den Grunddiensten dieses Hauswesens die Diakonie, also die gelebte Nächstenliebe, und die Liturgie gehörten. Im diakonischen Dienst sei der „dienende Christus präsent“, betonte Bischof Fürst. Deshalb habe er seine Vision einer missionarischen Kirche stets verbunden mit dem diakonischen Auftrag der Kirche, der Caritas. Die Kirche sei durch nichts so glaubwürdig und überzeugend als durch den liebenden Einsatz für den anderen Menschen.

Der andere „Grunddienst“, die Liturgie und besonders die Feier der Eucharistie, mache deutlich, dass die praktizierte Nächstenliebe nicht eigener Kraft entspringe, sondern von der Feier der Eucharistie als Kraftquelle lebe, in der der „rettende Christus“ anwesend sei. Die Macht der Bilder, der Gesten und Zeichen in der heutigen Zeit biete eine Chance für eine neue Offenheit dafür, dass der Glaube nicht allein durch das Wort, sondern auch durch die sinnenhafte Feier der Liturgie zum Ausdruck komme, betonte Bischof Fürst. Er habe bereits in seiner ersten Neujahrsansprache als Bischof Anfang 2001 und in seinem Fastenhirtenbrief 2009 auf die für das kirchliche Leben konstitutive Bedeutung der Liturgie hingewiesen, für deren Pflege er ebenso wie für die Caritas als Bischof eine besondere Verantwortung trage.