Gegen die Angst österliches Ja zum Leben

Rottenburg/Stuttgart. 27. März 2016. Die Botschaft von der Auferstehung Christi hat Bischof Gebhard Fürst als kraftvolle Hilfe gegen Angst bezeichnet. In seiner Predigt am Ostersonntag in der Stuttgarter Domkirche St. Eberhard sagte er, der Ostermorgen bedeute Neuanfang nach der Katastrophe des Kreuzes. Ostern könne in aller menschlichen Begrenztheit „Ängste lösen und zu neuer Freiheit ermächtigen“.

Auch in einer hochtechnisierten und sich rasant verändernden Welt gehöre Furcht zum Alltag, sagte der Bischof. Die Verletzlichkeit der Menschen werde durch den Terror der vergangenen Tage erneut deutlich. Das Licht der Osterkerze mit der Botschaft Christi „Fürchtet euch nicht“ vermittle dagegen Gottes Ja zum Leben. „Ostern tilgt den Karfreitag nicht aus“, betonte der Bischof. Ostern kippe aber die Machtverhältnisse und ermögliche einen Neuanfang. Das unbedingte Ja Gottes könne aus Menschen, die sich oftmals nur noch als Überlebende empfinden, wahrhaft Lebende machen.

Terror, Ungerechtigkeit und Fanatismus dürften nicht die Basis unseres Alltags zerstören, mahnte der Bischof. „Die Osterkerze steht in der Mitte der Kerzen, die auf dem Marktplatz in Brüssel für die Opfer von Terror und Gewalt brennen.“ Der Bischof mahnte, die Menschen an der griechisch-mazedonischen Grenze bei Idomeni nicht in ihrer Verzweiflung zu lassen. „Hier muss Europa zusammenstehen, nach Lösungen suchen, die die Würde der Menschen auf der Flucht gewährleisten.“

Uwe Renz

  • Bischof Dr. Gebhard Fürst: Predigt am Ostersonntag 2016