Gegen die Resignation dem Geist Gottes vertrauen

Dies hat Bischof Gebhard Fürst bei einem Festgottesdienst zum 100-jährigen Bestehen der Kirche St. Maria in Geislingen an der Steige betont. Kirche sei ein Gebäude aus Menschen, Tempel Gottes aus lebendigen Steinen, betonte der Bischof mit Bezug auf ein Wort des Apostels. Nach dem Kirchenbau müsse mit lebendigen Steinen weiter gebaut werden. Ein Ort des Geistes Gottes sei eine Kirchengemeinde erst dann, wenn zu den Steinen der Gebäude die Christen als lebendige Steine dazu kämen, sagte Bischof Fürst.

Dass „nicht im Vertrauen auf totes Material, sondern im Vertrauen auf die lebendigen Stein Kirche wachsen und entstehen könne“, habe sich in der Geschichte der Geislinger Kirchengemeinde St. Maria immer wieder gezeigt. Als ihre Kirche am 2. September 1909 von Bischof Paul Wilhelm von Keppler geweiht worden sei, habe die Gemeinde aus nur wenigen Katholiken bestanden. Im Lauf der Jahrzehnte sei sie immer mehr gewachsen. Die Geschichte der Gemeinde sei aber auch stets mit einem intensiven Gemeindeleben und mit großem persönlichem Einsatz vieler Gemeindemitglieder verbunden gewesen, hob Bischof Fürst hervor. Ein Beispiel dafür sei auch die Renovation der Kirche vor wenigen Jahre, die von vielen Gemeindemitgliedern mitgetragen und ermöglicht worden sei. Bemerkenswert sei auch die über Jahrzehnte gewachsene selbstverständliche Verbindung der Kirchengemeinde St. Maria mit den aus Südmähren stammenden Christen, nach den Worten von Bischof Fürst ein Beispiel für gelungene Integration.

Mit der Kirchweihe im Jahr 1909 habe für die Kirchengemeinde St. Maria in Geislingen „ein erwartungsvoller, hoffnungsvoller Weg voller Vertrauen in den Geist Gottes“ begonnen. Dazu ermunterte Bischof Fürst auch hundert Jahre später. Der Resignation angesichts kleiner werdender Gemeinden und schwindender Mitgliederzahlen hielt er entgegen: „Wir dürfen gewiss sein: Der Geist weht, wo er will.“ Niemand könne ausschließen, „dass er plötzlich kräftig hier durch Geislingen weht“. Dann sei die entscheidende Frage, ob er die Christen wach und vorbereitet oder resigniert und schlafend finde, sagte Bischof Fürst.