Gegen Patente auf Saatgut und Lebensmittel

Mit dem Protest soll eine Zustimmung des Europäischen Patentamtes (EPA) in München zur Patentierung von Brokkoli und Tomaten verhindert werden, wie der Verband am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. Das Patentamt entscheidet in den nächsten Wochen. Das Landvolk appelliert, auf www.keinpatent.de gegen eine Patentierung zu stimmen und am nächsten Mittwoch vor dem EPA an der Münchner Erhardstraße an einer Protestaktion teilzunehmen.

Mit Patenten auf Pflanzen und Nutztiere sichern sich laut Verband Weltkonzerne wie Monsanto, Dupont, Syngenta, Bayer und BASF Monopolrechte. So kontrollierten sie immer mehr die Grundlagen von Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung. Zwar habe das Patentamt im vergangenen Jahr entschieden, dass konventionelle Verfahren zur Erzeugung von Saatgut, Pflanzen und Lebensmitteln nicht patentierbar seien; die Patente auf Brokkoli und Tomaten seien bisher jedoch nicht widerrufen worden. Vielmehr habe das EPA dem Konzern Monsanto im März ein weiteres Patent auf konventionell gezüchtete Melonen erteilt. Die Patentierung von Saatgut und Lebensmitteln bezeichnete das Landvolk als Gefahr für Verbraucher, Landwirte und Lebensmittelhersteller weltweit. Sie würden abhängig gemacht von den Konzernen.

Uwe Renz