„Geistliche Erneuerung statt heilloser Aktionismus“

Bischof Fürst legte seinen Zuhörern die Vision einer missionarischen Kirche in biblischer Spiritualität ans Herz. „Unser Heil liegt weder in Aktionismus noch in Fruststarre“, sagte er. Er lehnte es ab, auf stürmischer See angstvoll die Segel zu räffen, als gehe es vor allem um das Ziel, „sich selbst im Sturm zu retten.“ Die Zusage Jesu, dass er bei seiner Kirche bleibe, biete dagegen einen klaren und ganz anderen Kompass für die Kirche.

Als Zeugen Christi seien die Gläubigen zur Nachfolge berufen, sagte Bischof Fürst. Als Persönlichkeiten, die christliche Nachfolge konsequent gelebt hätten, nannte er den von den Nationalsozialisten hingerichteten württembergischen Staatspräsidenten Eugen Bolz und den vom NS-Regime ins Exil getriebenen Rottenburger Bischof Joannes Baptista Sproll. „Dort, wo es um Wichtiges geht, kann ich nicht mehr den Mund halten, ohne den Glauben an den zu verraten, der für uns in den Tod gegangen ist.“ Treue Nachfolge zeige sich heute im Widerstand, „wenn menschliches Leben mit Füßen getreten wird“. Christen hätten darauf hinzuweisen, dass „unser Heil nicht in noch so perfekter äußerer Sicherheit liegt“.