Caritas international

Geld für humanitäre Brennpunkte

picture alliance/dpa Socrates Baltagiannis

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Drei Millionen Euro stellt die Diözese Rottenburg-Stuttgart in diesem Jahr für die Not- und Katastrophenhilfe von Caritas international zur Verfügung.

Die Kirchensteuermittel, die aus Überschüssen des Haushaltsjahres 2019 der Diözese stammen, werden in den kommenden Monaten von dem Hilfswerk des Deutschen Caritasverbandes in zwölf Hilfsprojekten in Afrika, Asien, Lateinamerika und im Nahen Osten eingesetzt. Der Schwerpunkt der Projekte liegt auf der Hilfe für Menschen auf der Flucht.

Dr. Heinz Detlef Stäps, Leiter der Hauptabteilung Weltkirche in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, sagt: „Wir sind sehr froh, mit Caritas international einen starken Partner an unserer Seite zu haben, der auf Strukturen direkt in den Regionen der notleidenden Menschen zurückgreifen kann und wir auf diese Weise in der Lage sind, Hilfen dort ankommen zu lassen, wo die Not am größten ist, in den Flüchtlingslagern, in Unterkünften entlang der Routen der Flüchtlinge oder in sozial-caritativen Zentren, wo traumatisierte Menschen Unterstützung finden und gerade die am meisten verwundbaren Schutz und Hilfestellung erfahren.” Oliver Müller, Leiter von Caritas international, setzt hinzu: „Wir sind überaus dankbar dafür, dass die Diözese Rottenburg-Stuttgart uns bereits seit vielen Jahren verlässlich schnelle und unbürokratische Hilfe in den humanitären Brennpunkten ermöglicht. So können wir den vor Gewalt und Armut fliehenden Menschen auf ihrem oft lebensgefährlichen Weg weltweit Schutz, Beratung und eine existenzielle Grundversorgung bieten.“

Orte der Hilfe sind oftmals Migrationszentren, Flüchtlingslager und soziale Einrichtungen in Afrika, Asien, Lateinamerika und im Nahen Osten. So werden beispielsweise im Migrationszentrum in Gao (Mali) jedes Jahr rund 1000 Migranten und Flüchtlinge aufgenommen, denen die Durchquerung der Sahara nicht gelungen ist. In Mittelamerika wird ein Netz von Herbergen und Einrichtungen unterstützt, die den Migranten entlang der Fluchtroute Schutz und Beratung bieten. Geholfen werden soll aber auch Flüchtlingen aus Myanmar, die in insgesamt neun Lagern entlang der Grenze in Thailand leben und deren Lage sich 2020 erheblich verschlechtert hat. Hoffnungen auf eine mögliche Rückkehr, die in den vergangenen Jahren aufgekommen waren, haben sich aus politischen Entwicklungen in Myanmar und aufgrund der Corona-Pandemie bis auf weiteres zerschlagen und die in den Vorjahren bereits knapper werdende Versorgung der Flüchtlinge hat sich durch den Wegfall weiterer substantieller Mittel von Drittmittelgebern wie der EU verschärft, mit entsprechenden Konsequenzen auf die Lebensbedingungen der Menschen.

Geholfen werden soll hier besonders verletzbaren Gruppen innerhalb der Lagerbevölkerung sowie Jugendlichen, die dort eine Ausbildung erhalten, um den Ausbruch von Feuern oder die regelmäßig auftretenden Erdrutsche in den Lagern zu verhindern helfen und die im Notfall dann auch bereit sind für Löscharbeiten und Rettungsmaßnahmen.