Gelebte Brücke zwischen Ost und West

Die Vertriebenen-Wallfahrt, die in diesem Jahr zum 60. Mal stattfindet, ist nach Bischof Fürsts Worten zu einem Modell dafür geworden, „wie in einem zusammenwachsenden Europa für die Menschen wirkliche Heimat wächst“. Dass die Vertriebenen aus verschiedenen Herkunftsländern kommen und unterschiedliche Wurzeln haben, sei eine außerordentliche Chance und eine wechselseitige Bereicherung. Durch ihre Herkunft stellten die Wallfahrer eine „gelebte Brücke zwischen Ost und West“ dar, betonte der Bischof.

Die Vertriebenen-Wallfahrt zum Schönenberg sei ein Zeichen dafür, wie aus Fremden „Geschwister im Glauben“ werden können, sagte Bischof Fürst. Die Wallfahrt sei ein Zeichen für die Bereitschaft, Vertrautes und Altes hinter sich zu lassen, das Herz zu öffnen und Neues in den Blick zu nehmen. Die Heimatvertriebenen hätten damit trotz der Erfahrungen von Vertreibung, Verlust der Heimat und anfänglichen Ressentiments in der neuen Heimat seit vielen Jahren ein Zeichen für Versöhnung und Partnerschaft gesetzt. Damit, so der Bischof, sei ihnen ein „Brückenschlag in die neue Zeit gelungen“ und sie hätten „kontinuierlich und überzeugend für ein friedliches und versöhntes Miteinander im heutigen Europa gearbeitet“.

Bischof Fürst stellte in seiner Predigt heraus, was Heimat heute bedeuten müsse und wofür die Vertrieben-Wallfahrt zum Schönberg modellhaft stehe. Es gehe um eine „Heimat, in der nicht nach Einheimischen und Fremden, nach Ost und West unterschieden und ausgegrenzt“ werde, sondern „in der wir gemeinsam als Geschwister im Glauben ein stabiles, auch in Zukunft auf tragendem Felsengrund gebautes Haus erbauen“. So sei die 60. Vertriebenen-Wallfahrt ein „Schritt auf dem Weg der Versöhnung und des Friedens, auf dem Weg der Geschwisterlichkeit und der Gerechtigkeit für die Völker und Länder West- und Osteuropas“, betonte Bischof Fürst.