Gemeinde der Zukunft muss „Willkommen“ ausstrahlen

Christliche Gemeinden, so der Weihbischof, „werden dann zu Alternativen in einer oft kalten Gesellschaft, wenn sie besonders diejenigen willkommen heißen, die sonst niemand willkommen heißt“. Das gelte für körperlich und seelisch Kranke, aber auch für Menschen mit gescheiterten Lebensentwürfen und „für die immer größer werdende Zahl der ‚neuen Armen’ mitten in einem reichen Land“.

Ein 700-jähriges Kirchenjubiläum binde Vergangenheit und Zukunft zusammen, sagte Weihbischof Kreidler. Der Blick zurück mache zurecht dankbar. Doch werde, „wer nur aus der Vergangenheit lebt, bald aus dem Archiv leben“. Andererseits werde man leicht vom nächsten Trend überholt, wenn man nur „im Vorgriff auf die nächste Zukunft“ lebe. Es brauche Richtgrößen, die als zeitlos gelten und dennoch Raum für neue Aufbrüche lassen, betonte Weihbischof Johannes Kreidler.

Unter dem Maßstab des Wortes Gottes könne man Umrisse entwerfen, in denen sich eine Gemeinde der Zukunft abzeichne. Neben der Ausstrahlung einer Willkommens-Atmosphäre macht es nach den Worten von Weihbischof Kreidler eine Gemeinde der Zukunft aus, „dass wieder ausdrücklich nach Gott gefragt und gesucht wird“. Eine Gesellschaft, in der Gott nicht mehr vermisst werde, brauche Gemeinden, in denen die Frage nach Gott wach gehalten werde und „Gott selbst als etwas Beglückendes“ hinausstrahle. Ebenso entscheidend sei das Stichwort „Barmherzigkeit“. Kreidler kritisierte eine „Null-Fehler-Mentalität“, die entsprechenden Druck auf die Menschen ausübe. Gemeinden dürften nicht zu „Leistungsgesellschaften im Kleinen“ werden. Nach „utopischen Lösungen einer fehlerfreien Gemeinde und Kirche“ zu suchen, sei „Energieverschwendung“, betonte der Weihbischof. Es gehe darum, durch die Schwächen hindurch Gottes Barmherzigkeit zu verkünden.