Geschenk für die Kirche und Glaubenszeugnis in schwieriger Zeit

Es brauche Sicherheit in Gott, um anderen Menschen Sicherheit geben zu können, betonte der Bischof. Die Entscheidung der beiden Neupriester sei ein Geschenk und ein Glaubenszeugnis für die Kirche. Dies sei keine Selbstverständlichkeit in der schwierigen Zeit, die die Kirche zur Zeit erlebe.

Er erhoffe von einem Erneuerungsprozess in der Kirche auch, dass die Bedeutung des Priesterseins für die Menschen und für die Kirche wieder eine neue Wertschätzung erfahre. Dies schließe auch die zölibatäre Lebensform ein. Er wisse, was die ehelose Lebensform bedeute und was sie vermöge, betonte der Bischof. Daher wolle er sie nicht missen. Sie sei ein Zeichen, dem widersprochen werde. Doch weise sie daraufhin, dass Priester um Gottes willen für die Menschen da sein und ihnen in den dunkelsten und verlorensten Stunden ihres Lebens nahe sein wollten.

Auch als Priester seien sie weiterhin Diakone in einer diakonischen und den Menschen dienenden Kirche, sagte Bischof Fürst den beiden Neupriestern. In diesem Dienst wolle Jesus Christus den Menschen auch heute als Heiland begegnen. Ihre Berufung sei es, Menschen in den dunkelsten Situation des Lebens nahe zu sein: „an Leib uns Seele verarmte, seelisch obdachlos gewordene, vergessene, müde gewordene, von Enttäuschung und Verlust Gelähmte.“ Von diesen würden sie gebraucht und erwartet.

Ob ihr Glaube sie noch in 20 Jahren trage, sei auch für die beiden Neupriester eine Frage. Auch Priester blieben schwache Menschen, sagte der Bischof unter Berufung auf das Wort des Apostels Paulus: „Wir tragen unseren Schatz in zerbrechlichen Gefäßen.“ Diese Demut müsse der Kirche und dem priesterlichen Leben eingeschrieben sein. Ohne den Blick auf den dienenden Christus verfehlten sie ihr Amt. Dies seien ein hoher Anspruch und eine Berufung, denen niemand nur aus sich selbst heraus gerecht werden könne. Nur aus einer lebendigen Gottesbeziehung heraus sei das möglich. Diese Gottesbeziehung müsse immer wieder neu errungen werden und bedürfe auch der gegenseitigen Unterstützung, betonte Bischof Fürst.