Gesellschaft ist auf eine glaubwürdige Kirche angewiesen

An der Veranstaltung unter der Moderation von Wolf von Lojewski nahmen neben Bischof Fürst auch Bundesinnenminister Thomas de Maizière, der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland Nikolaus Schneider, die Hamburger Kultursenatorin Karin von Welck, der Eichstätter Theologieprofessor Andreas Lob-Hüdepohl und der Vertreter der buskampagne.de, Philip Möller, teil. Anwältin des Publikums war die Hildesheimer Professorin Stefanie Schardien.

Humanität, Kultur und Gemeinwohl in der Gesellschaft seien auf eine christliche Grundorientierung, wie sie die Kirchen vertreten, dringend angewiesen, betonte Bischof Fürst. In ihrem Eintreten für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung wirke die Kirche befreiend und heilsam für die Menschen. Dafür müsse sie aber auch glaubwürdig sein und aus einer inneren Kraft heraus leben und handeln.

Bischof Fürst bezeichnete die derzeitige Situation der Kirche als eine schwere Glaubwürdigkeitskrise. Er hoffe, dass die Kirche anders daraus hervorgehe als sie hineingegangen sei. Nur auf der Grundlage von Läuterung und Erneuerung könne sie ein glaubwürdiges Zeugnis für das Evangelium geben.

Wenn er die Bedeutung von christlichem Glauben und Kirche für eine menschliche Gesellschaft betone, spreche er einem Atheisten humanes Handeln keineswegs ab, sagte der Bischof. Es gebe in Geschichte und Gegenwart zahllose Beispiele für ein Handeln aus tiefer ethischer Motivation heraus auch bei Menschen, die sich vom christlichen Glauben und von Religion insgesamt distanzierten. Diese ließen dennoch einen „Respekt vor dem Heiligen“ erkennen, nämlich ein uneingeschränktes Bekenntnis zur Menschenwürde und zur Unverletzlichkeit des Lebens, die heute in vielfältiger Weise bedroht seien. Einer solchen Grundhaltung gelte immer seine Hochachtung, betonte Bischof Fürst.