„Gesellschaftliche Teilhabe braucht breitere Unterstützung“

In der Vergangenheit sei dies nicht in einem zufrieden stellenden Ausmaß geschehen, kritisierte die in der Leitung der Diözese Rottenburg-Stuttgart für die Caritasarbeit zuständige Ordinariatsrätin am Mittwoch in Stuttgart. Die Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) in katholi-scher Trägerschaft und die Diözese würden deshalb den Gesetzentwurf der Bundes-regierung vom 30. Juli 2008, der die Einführung „unterstützter Beschäftigung für Men-schen mit Behinderung vorsieht“, unterstützen.

Es seien zu wenige Unternehmen zur Integration von Menschen mit Behinderung im allgemeinen Arbeitsmarkt bereit, unterstrich Stetter-Karp in einer Diskussion im Rah-men der Ausstellung „motek“ auf der Neuen Stuttgarter Messe. Das gelte sowohl für Profit- wie auch für Non-Profit-Unternehmen und „in besonderer Weise auch für die Kirche und kirchliche Organisationen“. Die Ordinariatsrätin hob zugleich hervor, dass auch auf diesem Gebiet nicht moralische Appelle weiterhelfen, sondern Unternehmer und Mitarbeiter in so genannte Win-Win-Situationen kommen müssten, von denen beide Seiten profitieren.

Die WfbM rief Stetter-Karp auf, sich auch in Zukunft schwerpunktmäßig den Personen zu widmen, die unstrittig nur für die beschützte Werkstattarbeit in Frage kommen. Da-zu bräuchten sie auch weiterhin staatliche Förderung und Unterstützung. Die Ordina-riatsrätin dankte den Werkstätten für deren Arbeit und allen Unternehmen, die bereits bisher mit den Werkstätten zusammenarbeiten. An der Diskussion über die Integrati-on behinderter Menschen nahmen unter dem Motto „Lieber nah dran als Fernost“ un-ter anderen der baden-württembergische Sozial-Staatssekretär Dieter Hillebrand und Vertreter aus der Wirtschaft teil.