Geste der Solidarität mit dem zerstörten Abruzzendorf Onna

Die schwäbische Diözese hat auf Anregung von Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee mit der Erzdiözese L’Aquila eine Projektpartnerschaft geschlossen, die unter Federführung des Rottenburger Bischöflichen Bauamts den Wiederaufbau des kirchlichen Gebäudeensembles mit Kirche, Sakristei, Glockenturm und Pfarrhaus zum Ziel hat. Geldgeberin für dieses Projekt, das beispielgebend für die deutsch-italienische Zusammenarbeit werden soll, ist die Bundesrepublik Deutschland. Auf Grund der Städtepartnerschaft der in der Diözese Rottenburg-Stuttgart gelegenen Stadt Rottweil und ihrer Kirchengemeinden mit der Stadt L’Aquila sei die Hilfe für die durch die Zerstörungen schwer getroffene Region auch für die Diözese ein wichtiges Anliegen, betonte Bischof Gebhard Fürst. Er erinnerte auch daran, dass deutsche Soldaten im Juli 1944 Onna zerstört und 16 Menschen erschossen haben. Dies verlange in besonderer Weise eine Geste der Solidarität.

Bei der „Wiederherstellung der Ortskirche Onna in einen gebrauchsfähigen, den liturgischen Anforderungen entsprechenden Zustand“, wie es in der Projektbeschreibung heißt, muss neben bautechnischen Aspekten vor allem dem Erdbebenschutz Rechnung getragen werden. Aber auch die kunstgeschichtliche Bedeutung der Barockkirche muss durch denkmalpflegerische Maßnahmen gewürdigt und das ursprüngliche Erscheinungsbild wieder hergestellt werden.

In einem ersten Schritt wird nun der Gebäudebestand gesichert und werden wertvolle Bauteile geborgen. Parallel dazu wird ein Gutachten erstellt, in dem u. a. der Baugrund analysiert, die Baugeschichte dargestellt, die statischen Bedingungen erhoben und der Schaden kartiert und bewertet wird. Auf der Grundlage dieser Ergebnisse können dann die weiteren Planungen konkretisiert, Kostenaufstellungen erarbeitet und Ausschreibungen für die Auftragsvergabe vorbereitet werden. In die vorbereitenden und gutachterlichen Aufgaben werden gleichermaßen deutsche und italienische Ingenieur- und Architekturbüros einbezogen.