Gestörte Beziehung zur Natur heilen

Christen müssten ihr heilendes Handeln über die Mitmenschen hinaus ausdehnen „auf die ganze bedrohte und zum Teil schon beschädigte Schöpfung“, sagte der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart am Pfingstsonntag im Stuttgarter Eberhardsdom. Es gelte, das gestörte Verhältnis zur Schöpfung zu sanieren und in ein heilendes umzuwandeln. Bischof Fürst erinnerte daran, dass der am Anfang des Credos dokumentierte Schöpfungsglaube zum Kernbestand und Fundament des christlichen Glaubens gehöre. Nachfolge Christi erfordere schöpfungsgerechtes Handeln; die Kraft dazu spende der Schöpfergeist Gottes, der als Pfingstgeist auch heute in den Menschen wirke. Er bewege dazu, selbst schöpferisch zu sein und mit der Schöpfung sorgsam und ehrfurchtsvoll umzugehen.

Bischof Fürst kritisierte, Gottes Schöpfung sei für viele zu einem „bloß verfügbaren und manipulierbaren Material“ geworden. Raubbau gefährde die Lebensgrundlagen. Das Klimaproblem sei eine ethische Herausforderung für alle und für die Kirche eine herausragende, unterstrich der Bischof. Außer verstärkten Maßnahmen für den Klimaschutz nannte er als dringliche Aufgaben einen Ausbau des Tierschutzes, mehr Schutz des Bodens, der Gewässer und der Vielfalt in Flora und Fauna.