Glaube an die Auferstehung: Befreiung zum Leben vor dem Tod

Der Glaube und die Freude über die „Frohbotschaft der Auferstehung“ und der „heilsame Impuls, unser eigenes Leben und Handeln umgestalten zu lassen durch die wirksame Kraft seines belebenden Geistes“, seien „eng miteinander verschränkt“, sagte der Bischof. Wenn es keine Transzendenz mehr gebe, werde das Leben hoffnungslos. Der Durst nach Leben und die Angst, alles zu versäumen, stürze „viele Menschen schnell und leicht in Panik“. „Wenn wir das ‚Danach’ vergessen, misslingt uns das Heute und verspielen wir auch das Morgen“. „Es gibt kein wahres Leben ohne das Leben nach dem Tod“, betonte Bischof Fürst. „Der Glaube an die Auferstehung befreit uns vielmehr zum Leben vor dem Tod.“ Die Auferstehungshoffnung gründe in der Botschaft: „Der, der uns liebt, lebt.“ Das weite die Lebensorientierung unendlich aus. Denn das jetzige Leben müsse nicht mehr als „letzte Gelegenheit“ ergriffen werden, alles Wichtige zu erreichen.

Der Auferstehungsglaube und der „Glaube an ein Leben danach“ mache die Christen „nicht zu verantwortungslosen Schwärmern“, sondern verändere die Art, mit dem Leben umzugehen und die Welt zu gestalten, betonte Bischof Fürst. Christus im eigenen Leben Gestalt zu geben, bedeute, das „Handlungsmodell“ des irdischen Jesus heute in seinem Geist lebendig werden zu lassen und an der Befreiung und Heilung der Menschen mitzuwirken. „Wir sind als österliche Christen gerufen, hinzuschauen, Partei zu ergreifen und mit Mut und Zivilcourage aufzustehen für das Leben der anderen“, so der Bischof. Der Osterglaube bewirke die Fähigkeit, einfühlsam zu sein. Dieser Glaube lehre aber auch, „die vielen Kreisläufe und Spiralen von Gewalt zu durchbrechen und mit neuem Mut für den Frieden aufzustehen“. Dabei gehe es sowohl um den Frieden im unmittelbaren Lebensumfeld als auch um den Frieden weltweit, „wo Menschen, Völker und Kulturen unterdrückt, in ihrem Lebensrecht bedrängt und verfolgt werden“.