Glaubenszeugnis in wirrer Zeit

Er habe den Menschen heute aufgetragen, „in einer Zeit den Glauben zu leben, in der christliches Bekenntnis belächelt wird, Tradition nicht viel gilt und der religiöse Markt verwirrend und schnelllebig ist.“ Dies hat Domkapitular Hubert Bour am Sonntag, 9. November, anlässlich des Namensfestes der schwäbischen Diözese im Rottenburger Dom betont. Martin von Tours, so Bour, sei auch „Zeuge der Hoffnung wider alle lähmende Resignation“ gewesen. Er habe sich zu einem Gott bekannt, „dem wir es zutrauen dürfen, dass er seine Möglichkeiten auch gegen unsere Wirklichkeiten durchzusetzen vermag“, sagte Bour. Vor allem aber, so Bour, sei Martin von Tours ein Zeuge der Liebe gewesen, der „mit Recht in die Geschichte der Heiligen eingegangen“ sei. In der berühmten Geschichte der Mantelteilung sei „blitzartig aufgeleuchtet“, was Liebe bedeutet: „Mögen die Menschen ihresgleichen in hoch und niedrig, arm und reich, mächtig und ohnmächtig, wichtig und unbedeutend einteilen – Gott kennt und will solche Rollenmuster nicht“, betonte Domkapitular Bour.

Als Priszillian, ein Ketzer der frühen Kirche, gegen den sich auch Martin von Tours theologisch verwahrt hatte, verurteilt und hingerichtet wurde, habe – so Bour – Martin von Tours 16 Jahre lang die Begegnung mit seinen Mitbischöfen verweigert. „Einen solchen Übergriff kirchlicher Macht“ habe der heilige Bischof von Tours „leidenschaftlich abgelehnt“.

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Am Sonntag, 9. November, kommt zum ersten Mal das vollständige restaurierte sowie durch eine neue Marienglocke und die dem heiligen Martinus geweihte und Bischof Sproll gewidmete A-0-Null-Glocke zu Gehör.