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Globales Lernen geht auch online

Wie sich Methoden und pädagogische Prinzipien des Globalen Lernens digital umsetzen lassen, war Abschluss-Thema der Multiplikatorenschulung.

Am 20./21. Februar endete die auf ein Jahr angelegte Schulung für Multiplikatorinnen und Multiplikatoren "weltweit:handeln" mit einem digitalen Abschluss-Seminar. Gundula Büker, Eine-Welt Fachpromotorin vom EPiZ Reutlingen, zeigte in einem öffentlichen Workshop, wie sich Methoden und pädagogische Prinzipien des Globalen Lernens auch mit digitalen Tools umsetzen lassen.

Damit behandelte sie ein Thema, das sich aufgrund der Corona-Pandemie ungewollt bereits durch einen Großteil der modularen Schulung gezogen hatte. Seit dem Frühjahr 2020 wurden fünf der insgesamt sechs Kursmodule entweder hybrid oder komplett digital umgesetzt.

Trotz der ersten Enttäuschung darüber, dass die Kurse vor dem Bildschirm und nicht im gewohnten Jugendarbeitsstil gemeinsam in Tagungshäusern stattfinden konnten, gelang es trotzdem, die Themen Klimawandel, Welthandel und Anti-Diskriminierung mit Inputs von interessanten Referentinnen und Referenten sowie vielfältigen Methoden zu vertiefen. Dabei spiele der Transfer in die Jugendarbeit eine wichtige Rolle, wie eine Teilnehmerin meinte: „Viele Themen, die für mich zuvor inhaltsleer waren, wurden greifbar und erfahrbar gemacht. Ich fühle mich gewappnet, diese nun mit Gruppen zu bearbeiten“.

Um die Schulung erfolgreich zu absolvieren, sollten die Teilnehmer/innen am Start- und Abschlussseminar sowie an mindestens zwei Wahlmodulen teilnehmen und ein Praxisprojekt zu Globalem Lernen durchführen. Bislang erfüllten sechs Teilnehmer/innen diese Voraussetzungen; einige sind noch dabei, ein Modul nachzuholen, andere versuchen trotz Corona noch ein Projekt in die Praxis umzusetzen. Mechtild Belz vom Evangelischen Jugendwerk Württemberg resümiert: „Es ist ermutigend und bereichernd zu sehen, wie junge Menschen sich für Globale Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung engagieren und ihr Potential als Multiplikator/inn/en für Globales Lernen nutzen.“

„Die Kooperation zwischen den beiden baden-württembergischen Diözesen und dem Evangelischen Jugendwerk Württemberg hat das Projekt besonders gemacht“, hebt Jakob Knebel, Referent für Globales Lernen beim BDKJ Rottenburg-Stuttgart, hervor. Die Schulung wurde durch die unterschiedlichen Kooperationspartner bereichert und die insgesamt 16 Teilnehmer*innen konnten sich untereinander vernetzen. Finanziell gefördert wurde das Projekt mit Mitteln von Brot für die Welt, des Katholischen Fonds und der Jugendstiftung Just. „Wir freuen uns, dass für den kommenden Jahrgang auch die Arbeitsstelle Frieden der Evangelischen Landeskirche Baden mit von der Partie ist. Damit sind im nächsten Jahr die vier Landeskirchen Baden-Württembergs am Projekt beteiligt!“

Der nächste Kursdurchgang soll im Mai beginnen. Die Veranstalter warten derzeit noch ab, ob die Fördermittel auch für 2021/2022 bewilligt werden, so dass sich interessierte junge Erwachsene ab April 2021 anmelden können.

Die Multiplikator/inn/enschulung "welt:weit:handeln" ist ein Kooperationsprojekt des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg, der Fach- und Servicestelle Globales Lernen der Erzdiözese Freiburg und des BDKJ Rottenburg-Stuttgart. Sie startete im Februar 2020 mit einem ersten Durchgang mit 16 Teilnehmer/inne/n.