Globalisierung braucht eine Seele, sonst wird sie zum Moloch

Rund 100 Jugendliche aus Baden-Württemberg werden am kommenden Montag durch den Rottenburger Weihbischof Thomas Maria Renz in der Stuttgarter Domkirche St. Eberhard mit dem kirchlichen Reisesegen auf die Fahrt nach Mecklenburg verabschiedet. Viele junge Christen, so Bischof Fürst, hätten verstanden, „dass die Globalisierung eine Seele braucht, soll sie nicht zu einem inhumanen und verschlingenden Moloch werden“. Dem verheerenden Gefälle von Reichtum und Armut, ungerechten Finanz- und Wirtschaftssystemen und ökologischer Verantwortungslosigkeit setzten die jungen Menschen Zeichen der Solidarität und einer zukunftsorientierten Verantwortung entgegen, sagte Bischof Fürst. Die Politik solle dies als Ausweis demokratischer Mündigkeit begrüßen und nicht als lästige Provokation betrachten. Er rief die Demonstranten auf, ihre berechtigten Anliegen in friedlicher und dialogbereiter Weise deutlich zu machen und sie nicht durch Gewalt in Misskredit zu bringen. Ebenso appellierte er an die Ordnungskräfte, bei ihren Sicherheitsmaßnahmen Verhältnismäßigkeit zu wahren. „Gewalt“, sagte Bischof Fürst, „löst keine Zukunftsprobleme, sondern verschärft sie. Was dringend Not tut, ist ein Geist des Dialogs und der konstruktiven Auseinandersetzung, der dem Wissen um die gemeinsame Verantwortung entspringt.“