Göttliche Wahrheit in menschlicher Gestalt

Die Bibel sei neben den griechischen und römischen Texten grundlegend nicht nur für die religiöse, sondern auch die weltliche Kultur Europas. Die westliche Zivilisation verdanke der Bibel etwa ihre Grundlagen in der Ethik, die Maßstäbe des Geschichtssinns und die Weltlichkeit der Politik. Gerade heute gelte es, diese lebendige Quelle des Wortes Gottes freizulegen und neu zu erschließen, so der Bischof. Die Vertrautheit der Christen mit der Bibel könne auch bedeutsam für den interreligiösen und interkulturellen Austausch werden. In der Heiligen Schrift komme „eine Religion für die Welt und für alle Völker" zum sprachlichen Ausdruck. Die Offenbarung der Bibel gelte der ganzen Welt. Die Kraft der Bibel sei auch heute noch im Kommen und daher sei es gut, zu ihrer weiteren Verbreitung, wie bei der Aktion „Bibeln für die Diaspora“, beizutragen.

Die Bibel sei auch ein literarisches Meisterwerk und ein Buch der Weisheit. Jeder könne sich in der „menschlichen Gestalt ihrer göttlichen Wahrheit“ wieder finden. Das Hohe Lied der Liebe schildere die Verliebtheit in himmelhoch jauchzenden Worten, während das Buch Hiob von Weltschmerz und Gottverlassenheit handele. Dabei sei die Bibel „lebendiges Wort des lebendigen Gottes“. Durch sie wolle sich Gott jedem Menschen mitteilen und sich ihm zuwenden.

Im Unterschied zu anderen Büchern sei die Bibel nach christlich-jüdischer Auf¬fassung „wirksam“. Der Bischof bezeichnete diese Wirksamkeit der Bibel als „weltenbildende Kreativität des Gotteswortes im Menschenwort.“ Die Kenntnis der Texte und ihre Erschließung sei Voraussetzung für die Kraft der biblischen Texte. „In unserer Zeit der permanenten medialen Kommunikation drohe die Heilige Schrift von oberflächlichem Sprachgeröll verschüttet zu werden“, so Bischof Gebhard Fürst. Mit ihrer Aktion trügen das Katholische Bibelwerk in Stuttgart und der Bonifatiusverband dazu bei, die „lebendige Quelle des Wortes Gottes“ frei zu legen.

Das vor 156 Jahren gegründete Bonifatiuswerk setzt sich für die Verbreitung des Glaubens ein und ist auf Spenden angewiesen. Das Katholische Bibelwerk Stuttgart verbreitet im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz Bibeln in unterschiedlichen Ausgaben. ra

Spendenkonto:

Bank für Kirche und Caritas Paderborn, Stichwort „Bibel-Patenschaft“,

Konto 10 000 100, BLZ 472 603 07.