„Gott in unserer Mitte“

Etwa 540 Mesnerinnen und Mesner waren der Einladung zur Generalversammlung gefolgt. Unter den Gästen nahm auch der Aalener Oberbürgermeister Martin Gerlach an der Veranstaltung teil.

Weihbischof Kreidler, der in der Diözesanleitung für die Mesner zuständig ist, betonte im Hinblick auf das Motto der Veranstaltung in einem Geistlichen Wort, die Lebensräume seien heute weitgehend von Gott entleert, dieser komme im öffentlichen Leben kaum mehr vor. „Sie als Mesnerin oder Mesner“, so sprach der Rottenburger Weihbischof seine Zuhörer direkt an, „arbeiten zwar viel im Raum der Kirche, sozusagen an zentraler Stelle für die Gegenwart Gottes. Aber heißt das automatisch, dass Gott für Sie immer lebendig präsent ist?“ Gott komme heute vielen Menschen verborgen, ja „entzogen“ vor. Anders als in früheren Zeiten frage er heute nicht mehr nach dem gnädigen Gott, sondern danach, wo Gott überhaupt sei. Er leide nicht mehr an der Sünde, sondern an der Sinnlosigkeit des Daseins. Die Frage nach der Gegenwart Gottes sei aber immer eine Frage der persönlichen lebendigen Gottesbeziehung. Es müsse heißen „Gott in meiner Mitte“, sagte Weihbischof Kreidler. Heute sei viel von Mystik die Rede. Der ursprüngliche Sinn von Mystik lasse sich so umschreiben: „ruhig werden, beten, bei Gott verweilen, sich in ihm verwurzeln, sein Herz öffnen, innere Erfahrungen machen“. Es gehe um „Lebensgemeinschaft mit Gott, gelebte Freundschaft, Herzensbegegnung“. Das sei „Mystik konkret“, gerade heute hochaktuell, unterstrich der Weihbischof. Wenn Gott heute mehr als früher zur Frage werde, so sei die Konsequenz daraus: „Wir müssen Gott intensiver suchen.“

Der Mesnerverband ist der diözesane Berufsverband für alle Mesnerinnen und Mesner zur Wahrnehmung ihrer Standesinteressen in Kirche und Öffentlichkeit. Seine Wahlperioden dauern jeweils vier Jahre. Neben dem Bericht des Diözesanleiters des Mesnerverbandes, Peter Werner, über die zurückliegende vierjährige Wahlperiode, und dem Tätigkeits- und Kassenbericht des Geschäftsführers, Karl Stipani, standen also Vorstandwahlen auf der Tagesordnung der Generalversammlung. Auf weitere vier Jahre bestätigten die Mitglieder in Aalen den Diözesanleiter Peter Werner (51) aus Giengen an der Brenz und seinen Stellvertreter Wolfgang Schabel (58) aus Gundelsheim in ihren Ämtern. Ebenfalls auf weitere vier Jahre wurden die bisherigen Vorstandsmitglieder Gisela Drißner (60) aus Dotternhausen, Norbert Fimpel (46) aus Rottenburg, Maria Koller (65) aus Stuttgart, Anton Nuspl (61) aus Ulm und Andreas Schäfer (38) aus Zwiefalten. Neu in den Vorstand gewählt wurde Maximilian Völkel (29) aus Fellbach-Oeffingen. Er folgt Franz Kiebler (70) aus Weinstadt-Beutelsbach in den Vorstand, der aus Altersgründen nicht mehr kandidierte.

Außerdem gehören dem Diözesanvorstand auch der Diözesanpräses, Pfarrer i. R. Msgr. Franz Scheffold (71), Laupheim, und dessen Stellvertreter, Pfarrer Hansjörg Nothelfer (65), Neuenbürg-Birkenfeld, an. Sie werden vom Bischof auf Vorschlag
des Mesnerverbandes auf vier Jahre ernannt. Ihre Amtszeit wurde jetzt von Bischof Gebhard Fürst auf weitere vier Jahre bestätigt.