Gottes Geist löst Erstarrung und weckt zum Leben

„Es ist der Geist der Liebe, der Barmherzigkeit und des Dienens, in dem Christus gelebt und den er uns als Lebenshilfe gesandt hat“, sagte der Bischof am Sonntag im Rottenburger Dom. Wer sich diesem Geist öffne, erfahre Kraft zum Aufbruch aus innerweltlicher Erstarrung hin zu einem Leben in Hoffnung auf Gott. Dessen Geist stehe für konkrete Nachfolge Christi in Glauben, Hoffnung und Liebe. „Im Leben Jesu für uns wird sichtbar und erfahrbar, wie Gottes Geist wirkt: heilend, befreiend, rettend und erlösend.“

Jeden Tag sei zu beobachten, welcher Geist in der Welt herrsche, sagte der Bischof. „Öffnen wir uns dem Geist von Willkür und Egomanie, Gier und Habgier, gar von Hass und Gewalt oder aber dem Geist der Liebe und Barmherzigkeit, bedingungsloser Annahme von Ausgegrenzten, Armen, Entrechteten und weniger Bemittelten?“ Dringend notwendig sei in diesen Tagen, da Europa in einer tiefen Krise stecke, die Sprengkraft des Heiligen Geistes, um angeblich alternativlose Dynamik zu brechen. „Könnten dann in der Erinnerung an Christus und seinen Geist etwa die vielen jungen arbeitslosen Menschen in Europa hoffen, die vielen Menschen in prekären Arbeitsverhältnissen auch hierzulande?“ Pfingsten biete eine gottgegebene Chance gegen Ausgeliefertsein in Geist- und Hoffnungslosigkeit. Nicht zuletzt biete Pfingsten, so der Bischof, auch eine Chance für die Kirchen. „Der Geist weht, wo er will, und kann auch in kirchlichen Strukturen Härten und Verkrustungen lösen.“

Uwe Renz