Gottesfrage offen halten

Pastoral-„referenten“, also wörtlich „Vortragende“, sollten dafür sorgen, „dass die Gottesfrage nicht verschüttet wird unter der Dominanz des Zweckrationalen, des Ökonomischen, der Strukturen und Aktivitäten“.

Kirche und Gemeinden sind als Räume, in denen die Gottesfrage offen gehalten wird, so der Bischof, „den Menschen einen existenziell bedeutsamen Dienst schuldig“. Es gehe dabei zuerst darum, sich der Gottesfrage zu stellen und nicht „Antworten zu geben, nach denen niemand gefragt hat“. Immer wieder neu stelle sich die Frage: Wie können wir leben und glauben in einer Welt, in der es so oft scheint, als gäbe es keinen Gott. In der Gottesfrage zeigen sich laut Bischof Fürst „die tiefsten Sinnfragen des Menschen und die Not des Menschen, der um Sinn ringt und oft daran zu zerbrechen droht“. Die Sinnfrage reiche in eine uneinholbare Offenheit hinein und verweise über das Unerbittlichste hinaus, den Tod.

In der Diözese Rottenburg-Stuttgart arbeiten 346 Pastoralreferenten, davon 179 Männer und 167 Frauen. 228 dieser so genannten Laientheologen – also Theologen ohne Weiheamt - sind in Kirchengemeinden eingesetzt, die anderen in Krankenhäusern, in der Betriebs- und in der Gefangenenseelsorge, im Religionsunterricht oder auf Funktionsstellen, in Verbänden und in Dekanaten.