Grünewalds „Stuppacher Madonna“ bei Dresdner Madonnenausstellung „Himmlischer Glanz“

Die Ausstellung, die von Fachleuten als „Weltereignis“ bewertet wird, wird anlässlich des Deutschlandbesuchs von Papst Benedikt XVI. von den Vatikanischen Museen und der Gemäldegalerie Alte Meister der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden im Semperbau am Zwinger ausgerichtet. Bischof Gebhard Fürst wird am 5. September gemeinsam mit Weihbischof Johannes Kreidler, dem Kunstreferenten der Diözese, und einer kleinen Delegation bei der Eröffnung zugegen sein.

Grünewalds 1516 entstandene „Stuppacher Madonna“ hat als Wallfahrtsbild ihren ständigen Ort in der Pfarrkirche Mariä Krönung in Stuppach bei Bad Mergentheim. Sie führt ins Zentrum des Schaffens des Malers Mathias Gothart-Nithart, genannt Grünewald (1475/1480 – 1528), und stellt den Höhepunkt und die theologische Vollendung einer rund tausendjährigen Geschichte des Marienbildes dar. Höchste Malkunst und theologisch durchformte Bildsprache vereinigen sich darin mit Wirklichkeitssinn und Naturwahrnehmung der Neuzeit. Die Vielfalt der Bezüge der Mariologie und ihrer Hinordnung auf die Lehre von Christus und der Kirche ist in diesem Bild verdichtet.

Grünewalds „Stuppacher Madonna“ steht in der Dresdner Madonnenausstellung ebenbürtig an der Seite von Raffaels „Sixtinischer Madonna“, die 1512 entstanden ist und 2012 ihr 500-Jahre-Jubiläum begeht. Erstmals von den Vatikanischen Museen ausgeliehen wird deren Schwesterbild, die zur selben Zeit gemalte „Madonna di Foligno“ des Raffael (1483 – 1520). Weitere Glanzstücke der Schau sind Arbeiten von Albrecht Dürer (1471 – 1528), Lucas Cranach d. Ä. (1475 – 1553) und Caravaggio (1571 – 1610).

Die Grünewald-Madonna aus Stuppach wird anlässlich der Ausstellung in Dresden in Abstimmung mit dem Landesdenkmalamt Baden-Württemberg einer Restaurierung unterzogen.

Informationen zur Ausstellung: www.skd.museum/de/sonderausstellungen/vorschau/himmlischer-glanz/ index.html

Dr. Thomas Broch