Grundlage einer großen Geschichte

Die vor 775 Jahren geweihte Kirche mache deutlich, „in welch großer Geschichte wir leben und auf welcher Grundlage wir leben“, sagte der Bischof beim Festgottesdienst am Freitag in Ellwangen. St. Vitus gelte zu recht als bedeutendster unter den romanischen Gewölbebauten Schwabens und als wichtigster Beitrag zur Architektur der Stauferzeit“.

Bischof Fürst erinnerte an die wechselvolle Geschichte der 1233 geweihten Kirche. Sie sei zunächst ein Benediktinerkloster gewesen, dann Stiftskirche und stehe seit 1964 im Rang einer Basilica minor. Untrennbar sei der Bau mit der Geschichte der Stadt Ellwangen verbunden, in der die Spuren der Kirchengeschichte und besonders der Geschichte der Diözese Rottenburg-Stuttgart präsent seien. Als herausragende Epochen nannte der Bischof die Zeit nach der Reformation und nach dem 30-Jährigen Krieg, als Ellwangen ein bedeutendes kirchliches Zentrum war. Zudem habe Ellwangen nach der Säkularisation das katholische Generalvikariat beherbergt, das Priesterseminar und die theologische Fakultät. Als herausragende Persönlichkeit der Stadt rief Bischof Fürst den Jesuitenpater Philipp Jeningen in Erinnerung, der als Volksmissionar und Wallfahrtsseelsorger nach dem 30-Jährigen Krieg die Menschen für den Glauben begeistert habe. Solche Zeitzeichen so der Bischof, seien gemeinsames Erbe, auf dessen Grundlage „wir versuchen, glaubwürdige Zeichen unserer Zeit zu setzen, Spuren missionarischen Christseins aufzunehmen und dann auch weiterzugeben“.