Grundorientierung für die alltäglichen politischen Entscheidungen

Dies hat Bischof Gebhard Fürst in einem ökumenischen Gottesdienst zum Auftakt des Bundesparteitags der CDU am Montag, 1. Dezember, in der Stuttgarter Domkirche St. Eberhard betont. Das Bild vom Menschen und die Werte und Handlungen, die sich daraus ableiten, entscheiden nach den Worten von Bischof Fürst über den Respekt vor der unantastbaren Würde jedes Mitmenschen, „ob geboren oder ungeboren, ob behindert oder unbehindert, ob bei Kräften oder völlig angewiesen auf andere“. Die Bibel, so der Bischof, gebe den Menschen Orientierung auf einem Grat zwischen dem Grundsätzlichen und den konkreten Einzelentscheidungen, „zwischen der großen Fülle, die uns zugesagt und verheißen ist, und den kleinen Aufgaben, die jeden Tag am jeweils gegebenen Ort zu tun und zu verantworten sind“. Sie stelle die Person Jesu in die Mitte und lade zur Nachfolge ein. Jesus nachzufolgen, heiße, „aus dem Leben nicht alles herausholen, was herauszuholen ist – auch zu Lasten der anderen“. Vieles gehe es auch um ein „positives Annehmen meiner Grenzen“, ja um die bewusste Einschränkung der eigenen Möglichkeiten, damit sich die Lebensqualität des Anderen entfalten könne. Dies sei eine neue Dimension des Lebens, des „Kommens in die Fülle“.

Durch die beginnende Adventszeit bekomme der Bundesparteitag der CDU einen ganz eigenen Akzent, betonte Bischof Fürst. Gott, die Fülle des Vollkommenen zeige sich „menschlich für uns“. Er wähle als hilfsbedürftiges Kind den Weg der ohnmächtigen Liebe und gehe den Weg des Menschlichen. In seinem Leben als Mensch verliere er selbst sein Leben an die Anderen. Beides, so der Bischof, sei für den Parteitag wichtig: die „kritische Erinnerung an die eigentliche, noch ausstehende Fülle“, ebenso aber auch „das Vertrauen auf die heilsame Hirtensorge des guten Gottes Jesu Christi und die Kraft seines belebenden Geistes“.