Gut vernetzt mit den Papstwählern

Zählt man die Namen der wahlberechtigten Kardinäle in aller Welt zusammen, die mit der württembergischen Diözese weltkirchliche Entwicklungsarbeit machen, kommt man auf 23 Namen von Kardinälen aus allen Kontinenten, mit Ausnahme Australien. Die Gesamtzahl der wählenden Kardinäle beträgt bekanntlich 115.

Die Kontakte laufen vielfach über die Hauptabteilung Weltkirche in Rottenburg, aber auch über Pfarreien, Seelsorgeeinheiten und katholische Verbände. Dabei geht es bisweilen auch wenig förmlich zu. So musste der Leiter der Hauptabteilung, Domkapitular Detlef Stäps, den Erzbischof des brasilianischen Aparecida, bei dessen Besuch am Neckar kurzzeitig in der Küche unterbringen. „Der Kardinal war früher als erwartet angekommen, und die anderen Räume waren bereits von Mitbrüdern belegt.“

Bekanntes Gesicht in der Diözese ist auch der Erzbischof von Bombay, Kardinal Oswald Gracias, der mehrfach Besuche abstattete, zuletzt im vergangenen Jahr. „Ein wirklicher Partner unserer Diözese“ freut sich Stäps über den Kardinal der indischen Metropole. Gracias wird im Juni am Treffen des Internationalen Diakonatszentrums (IDZ) in Tschechien teilnehmen. Die IDZ-Geschäftsführung hat ihren Sitz in Rottenburg-Stuttgart. Durch das IDZ hat auch der Erzbischof von Durban, Kardinal Wilfrid Fox Napier, Kontakte ins Württembergische. Die Diözese organisierte vergangenes Jahr eine so genannte Exposure- und Dialogreise zu Napiers südafrikanischer Diözese.

Nairobi, Nigeria, Tansania, Senegal – auch dort residieren Kardinäle mit guten Beziehungen nach Rottenburg-Stuttgart. John Njue etwa, der Erzbischof von Nairobi/Kenia, leitet eine Diözese, in der viele Projekte in Kooperation mit Ordensgemeinschaften laufen. Ebenso sieht es in Nigeria aus, wo John Olorunfemi Onaiyekan in Abuja Erzbischof ist. Er besuchte die württembergische Diözese zuletzt vor zwölf Jahren. Bischof Gebhard Fürst wiederum stattet auf Pastoralreisen Besuche und Gegenbesuche ab; zuletzt tat er dies im Februar auf seiner Vietnamreise in Saigon bei Kardinal Jean-Baptiste Pham Minh Man.

In Lateinamerika pflegt der Erzbischof von Tegucigalpa/Honduras und Präsident von Caritas International, Oscar Andres Rodriguez Maradiaga, intensiv Kontakte nach Württemberg und ganz Deutschland. Man kennt ihn hier von Katholikentagen; erst kürzlich nahm er an einer Tagung der Universität Tübingen teil. Auch zum jüngsten Mitglied des Konklaves, zum Großerzbischof Baselios Cleemis Thottunkal von Trivandrum/Indien, pflegt die württembergische Diözese Projektkontakte. Thottunkal, Oberhaupt der Syro-Malankarischen Kirche, wurde erst im vergangenen Jahr Kardinal. Auf lokaler Ebene schließlich freut sich die Böblinger Gemeinde St. Maria seit vielen Jahren über Projektkontakte mit dem Erzbischof von Santa Cruz de la Sierra in Bolivien, Kardinal Julio Terrazas Sandovalulio.

Uwe Renz