Gute Arbeit für ein gutes Leben

Stuttgart. 15. Januar 2007. Für einen verstärkten Dialog zwischen Kirche und Wirtschaft im beiderseitigen Interesse hat Joachim Drumm, Leiter der Hauptabteilung Kirche und Gesellschaft der Diözese Rottenburg-Stuttgart, beim Neujahrsempfang der Wirtschafts- und Industrievereinigung Stuttgart am Mittwoch geworben. Kirche und Wirtschaft könnten „im Bemühen um gute Arbeit für ein gutes Leben“ viel von einander lernen. Die katholische Kirche als große Arbeitgeberin – allein in Württemberg biete sie 45.000 Menschen ein Beschäftigungsverhältnis – müsse ebenso wie die Wirtschaft unternehmerisch verantwortungsvoll denken und handeln. Sie müsse allerdings auch in besonderer Weise diejenigen im Blick behalten, die an den Rand der Gesellschaft geraten. Es sei aber auch im Interesse der Wirtschaft, so Drumm, sich nicht allein der Logik des Wettbewerbs auszuliefern und das Soziale an der Sozialen Marktwirtschaft als Hemmschuh zu betrachten. Die Wirtschaft müsse ebenso wie die Kirche „über die Grenzen des eigenen Plausibilitätszirkels hinaus denken“ und nach übergreifenden Lösungsansätzen suchen. Wirtschaft stehe nicht im Widerspruch mit Ethik, Sozialem oder Ökologie. „Nur das kurzfristige Denken setzt sie in Widerspruch“, betonte Drumm und berief sich auf die Kernbotschaft des Wirtschaftsnobelpreisträgers Joseph Stiglitz: „Ebenso wie ohne Wirtschaft kein Staat zu machen ist, ebenso muss die Wirtschaft sozial, okologisch und ethisch eingebunden sein.“

Gesprächspartner: Dr. Joachim Drumm, Ordinariatsrat, Leiter der Hauptabteilung IX – Kirche und Gesellschaft – im Bischöflichen Ordinariat der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Telefon: 0711 9791-198, Telefax: 0711 9791-171, E-Mail: jdrumm(at)bo.drs.de