Gute palliative Versorgung benötigt ausreichend Personal

Stuttgart. 4. Mai 2015. Menschen am Lebensende sollten neben Versorgung und Pflege auch auf ein Regel-Angebot psychosozialer und seelsorgerischer Begleitung zurückgreifen können; unabhängig vom Ort ihres Sterbens. Dies sei im jüngst vom Bundeskabinett verabschiedeten Gesetzentwurf zur Verbesserung der Hospiz- und Palliativversorgung nicht durchgängig genug verankert, sagte die Leiterin der Hauptabteilung Caritas der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Irme Stetter-Karp.

„Im Grundsatz begrüßen wir den Gesetzesentwurf, weil er dringende Verbesserungen in der Hospiz- und Palliativversorgung vorsieht.“ Über die Erhöhung der zuschussfähigen Kosten der stationären Hospize von 90 auf 95 Prozent zeigte sich Stetter-Karp erfreut. Kritik übte sie an der weiter nicht angemessenen Personalausstattung in den Pflegeeinrichtungen, „die bei weitem nicht ausreicht, um den Anspruch einer guten palliativen Versorgung schwerstkranker und sterbender Menschen zu gewährleisten.“

Gleichzeitig betonte Irme Stetter-Karp, dass sich die Diözese auch der eigenen Verantwortung in dieser Sache bewusst sei und die Bewahrung der Würde des Menschen gerade im Sterben auch in Zukunft Ziel und Selbstverpflichtung christlichen Handelns sei. Aus diesem Grund wird die Diözese für 2015 und 2016 erstmalig zur Unterstützung von Seelsorgeaufgaben in der Caritas insgesamt 4,1 Mio. je Haushaltsjahr zur Verfügung stellen. Einrichtungen der Caritas, wie beispielsweise Hospize, Krankenhäuser oder Pflegeeinrichtungen können Förderanträge stellen, um u.a. den Auf- oder Ausbau seelsorgerischer Arbeit zu fördern.

In jüngster Vergangenheit wurden die Projekte „Ethische Fallbesprechung in der Altenhilfe“ und das Beratungsnetzwerk „LebensFADEN“ initiiert. Nähere Informationen dazu unter: http://caritas.drs.de