Guter Rat für eine missionarische und diakonische Kirche

Bischof Fürst erinnerte daran, dass die Kirche derzeit durch wachsende Konfessionslosigkeit, nachlassende Kirchenbesuche und rückläufige Kirchemitgliedszahlen, große Belastung des pastoralen Personals und durch Priestermangel herausgefordert sei. Finanzielle Einbußen führten zudem zu einem Rückbau kirchlicher Strukturen und Einrichtungen. Es zeige sich eine erhebliche Abnahme in der religiösen, kulturellen und sozialen Prägekraft des Christentums in Deutschland. Auf dem Weg zu einer neuen Gestalt von Christentum solle das Bild von einer missionarischen und diakonischen Kirche leiten und begleiten, betonte der Bischof. Kirchengemeinderäte hätten dafür eine hohe Verantwortung. Mit ihren Entscheidungen vor Ort bestimmten sie wesentlich über das Wohl von kirchlichen Kindergärten, Angeboten in Schulen, Krankenhäusern, Behinderten- und Altenpflegeeinrichtungen sowie auf dem Gebiet einer „sozial-kulturellen Diakonie“ etwa in Katholisch-Öffentlichen Büchereien, in der kirchlichen Bildungsarbeit oder bei Wallfahrten, Pilgerreisen oder Familienfreizeiten. „Damit wirkt unsere Kirche heilsam in die Gesellschaft hinein“, unterstrich Bischof Fürst.

Er hob hervor, dass die Kirche ihre missionarische Kraft stets dann besonders gezeigt habe, wenn sie in christlicher Nächstenliebe Hospitäler und Krankenhäuser, Herbergen für Obdachlose, Pflegeeinrichtungen für Verwahrloste, Bildungseinrichtungen und Begegnungsstätten schuf. Der Bischof wies den Christen die Aufgabe zu, gegen Entsolidarisierung und Anonymisierung Hoffnungskraft und Zukunftsfähigkeit zu setzen. „Kirche als Überzeugungs- und Wertegemeinschaft stiftet Zusammengehörigkeit und ermöglicht Zugehörigkeit in einer Zeit heimatloser werdender Menschen.“