„Heilsame Kraft für die Gesellschaft“

Er sei froh über die vielfältigen kulturellen Angebote auf dem Gebiet der Diözese, angefangen bei den Bildungswerken über Kunst- oder Geschichtsverein, Diözesanmuseum und Diözesanbibliothek bis zur Kirchenmusikhochschule oder der neuen Domsingschule in Stuttgart. Auf vielfache Weisen das gemeinsame kulturelle Erbe der Menschen zu erhalten, sei eine wesentliche Aufgabe der Kirchen, betonte Bischof Fürst in Gegenwart des Stuttgarter Oberbürgermeisters Dr. Wolfgang Schuster und vielen hundert Gästen.

Bischof Fürst, der auch Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz ist, appellierte auch an die Sensibilität der Medienmacher, verantwortungsvoll Bilder auszuwählen. Viele Menschen würden sich mehr durch das orientieren, was sie sehen, als durch das, was sie hören. Die falschen Bilder zu sehen, berge große Risiken, besonders für Jugendliche: „Schauen junge Menschen über lange Zeit Gewaltfilme oder sitzen Tag und Nacht am Computer mit Killerspielen, dann besteht die Gefahr, dass sich das Gesehene in ihre Köpfe schleicht, es wie Gift in ihre Seelen träufelt.“ Der Bischof zitierte zur Mahnung den heiligen Albertus Magnus: „Was wir im Auge haben, das prägt uns, da hinein werden wir verwandelt.“ Wer sich aber mit göttlichen Dingen beschäftige, der werde „nach ihrem Bild umgestaltet“.

Mehrfach zitierte Bischof Fürst den aktuellen Schlussbericht der Enquetekommission des Deutschen Bundestages zur Kultur in Deutschland, der den Kirchen eine tragende Rolle im Kulturleben bescheinigt. Der Bischof verstärkte die Aussage des Berichts, nach der kirchliche Verbände, Vereine und Gemeinden entscheidenden Anteil an der allgemeinen Kulturpflege entwickeln. Kulturelles Leben bis hin zum religiösen Brauchtum mit Festen, Prozessionen und Wallfahrten prägen nach dem Bericht der Kommission die kulturelle Identität eines Ortes oder einer Region mit. Nach den Worten von Bischof Fürst gehören kulturelle Leistungen zum Selbstverständnis der Kirche und zu ihrem Grundauftrag. „Sie kräftigen die lebensnotwendigen Wurzeln unserer Gesellschaft“, so Bischof Fürst.