Herausbilden personaler Identität

Einer funktionalistischen Betonung von einseitiger fachlicher Qualifizierung stellen die „christlich motivierten Grundsätze zum Bildungsverständnis“ einen ganzheitlichen, personalen Bildungsbegriff entgegen. Nicht um „das Anhäufen von immer mehr Fakten oder Teilwissen“, sondern um „Orientierungskompetenz und Umsetzung von Wissen in Handeln“ gehe es bei der Bildung. Menschen benötigten Verstehensmuster und Orientierungsrahmen, um Entscheidungen treffen zu können, die den Anforderungen der Zeit gerecht werden, heißt es in dem Positionspapier. Dabei seien auch Vorbilder notwendig, betont wird die Bedeutung der Personen, die in Bildung und Erziehung Verantwortung tragen. Auch gehe es nicht nur um den Kopf, „Herzens-Bildung“ sei die „wirkliche Herausforderung der Zukunft“. Dabei gehe es um Fragen wie Fernsten- und Feindesliebe, um das Eintreten für Menschenwürde und Menschenrechte. Nach christlichem Verständnis gehe es in der Bildung um „die Ausformung des Bildes Gottes im Menschen“.

Der Text beschreibt in knapp ausgeführten theologischen Grundlinien des Bildungsverständnisses die „Spannungsfelder“ von Personalität und Sozialität, von Spiritualität und Materialität sowie von Immanenz und Transzendenz, in denen sich Menschsein vollziehe. Der Begriff der „Bildung“ wird ausdrücklich dem der „Erziehung“ vorgezogen, weil er auf die Selbsttätigkeit des Menschen abhebe und „mit Wachstum, Entwicklung sowie Entfaltung der Gaben der Menschen“ zu tun habe.

Das Dokument versteht sich ausdrücklich als „Basis-Text“. Seine Umsetzung und Konkretisierung in Kindergarten und Schule, in Hochschule und Erwachsenenbildung sowie in der sozialpädagogischen Arbeit wird eine dauerhafte und oft „unzeitgemäße“ Herausforderung sein.