Herzblut und Geld für Stift Tepl

Am Anfang war Begeisterung und wenig Geld: Vor 20 Jahren schlossen sich in der Diözese Rottenburg-Stuttgart Freunde des böhmischen Stifts Tepl zusammen, um das während der kommunistischen Zeit baufällig gewordene Prämonstratenserkloster nahe Marienbad zu retten. Zum Start 1995 gab es 50.000 D-Mark vom Bischöflichen Ordinariat in Rottenburg für die Sanierung des Dachs auf dem Konventsgebäude.

„Wir haben damals erst einmal Löcher gestopft“, erinnert sich die Vereinsvorsitzende Centa Schmid. Am kommenden Wochenende feiert der Verein „Freunde des Stifts Tepl“ vor Ort 20-jähriges Bestehen, zusammen mit Abt Filip Lobkowicz und Ortsbischof Frantisek Radkovsky.

Heute zählt der Verein mit Sitz in Esslingen rund 200 Mitglieder. Zum Jubiläum steuerte er rund 60.000 Euro für die Sanierung des zum 700-Jahr-Jubiläum 1893 errichteten Portalgebäudes vor der Klosterkirche bei. Vor dem Zweiten Weltkrieg war das 1193 vom seligen Hroznata von Ovenec gegründete Stift eines der wohlhabendsten Prämonstratenserklöster weltweit; 1990 gab der tschechische Staat es nach dem Fall des Eisernen Vorhangs dem Orden sanierungsbedürftig zurück. Verein, Sponsoren und deutsche staatliche Stellen packten an. Dem Verein, der unter anderem von der katholischen Ackermanngemeinde in Stuttgart und den Ellwanger Annaschwestern unterstützt wird, geht es indes nicht nur um bauliche Projekte. Laut Satzung soll er im Kloster Tepl die Begegnung zwischen Deutschen und Tschechen fördern. So laden die Freunde des Stifts regelmäßig etwa zu deutsch-tschechischen Jugendchorwochen ein, organisieren länderübergreifende Kunstausstellungen – und symposien oder Jugendworkcamps.

Vereinsvorsitzende Schmid sieht die Einweihung des Portals als Symbol. Der Weg solle offen bleiben für grenzüberschreitende Verständigung und eine Zukunft, in welcher „der Glaube wieder eine Chance hat in diesem Landstrich“.