Heutige Kirche muss zeichenhaft wirken

Rottenburg/Bad Mergentheim. 16. Mai 2015. Als seine persönlichen Vision von Kirche hat Bischof Gebhard Fürst jene Kirche bezeichnet, in deren Gemeinschaft die Sinn-Suchenden Sinn finden, ohne dass Kirche zur Nische werde. Die Zielsetzung heutigen Kirche-Seins sei „eine diakonisch-karitative Kirche, die zeichenhaft wirkt und dadurch missionarisch handelt“, sagte Bischof Fürst am Samstag in einem Vortrag bei der Jahrestagung der Altstipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung im Kurhaus Bad Mergentheim.

Eine missionarische Kirche sei eine pilgernde Kirche, die mit den Menschen unserer Zeit unterwegs sei, sich an ihre Seite stelle, besonders an die Seite der Schwachen, und die dazu beitragen will, dass auch ihr Leben gelingen könne, so der Rottenburg-Stuttgarter Bischof.

Unter dem Vortragtitel „Was die Kirche den Menschen geben kann“ verwies Bischof Gebhard Fürst auf die gesellschaftliche Gesamtverantwortung im Umgang mit Flüchtlingen. „Flüchtlinge sind Menschen in großer Not, deren Menschenwürde unantastbar ist“, sagte er. Er rief dazu auf, der Gefahr von wachsender Fremdenfeindlichkeit in unserem Land offensiv zu begegnen.

Die jüngst von der Konrad-Adenauer-Stiftung initiierte Gründung des „Muslimischen Forums Deutschland“ bezeichnete Bischof Fürst als „eindeutige Absage an Gewalt und islamistisch motivierte Radikalisierung“ und verwies auf die Aufgabe der Kirche, in stetem Dialog mit anderen Religionsgemeinschaften zu bleiben.