Hilfe für Flüchtlinge im Irak

Die Sicherheitslage im Irak wird immer katastrophaler. Betroffen davon ist vor allem die Zivilbevölkerung. Die Menschen leiden unter einer verheerenden Mischung aus Terrorismus, Kriminalität und religiösem Fanatismus. Vor allem aus dem Süden des Landes und aus der Hauptstadt Bagdad werden immer mehr Familien vertrieben, oder sie flüchten vor den willkürlichen Gewalttaten. Sofern es ihnen möglich ist, überschreiten sie die Grenzen nach Jordanien oder nach Syrien. Viele aber schaffen den Absprung aus dem Land nicht und versuchen, sich im vermeintlich ruhigeren Norden des Irak anzusiedeln. Offizielle Zahlen sprechen derzeit von etwa zwei Millionen Auslands-Flüchtlingen und zusätzlich etwa 1,8 Millionen Inlandsvertriebenen. Eine große Zahl der Inlandsvertriebenen hat sich um die Städte Mosul und Kirkuk angesiedelt; andere Familien versuchen, sich im Grenzgebiet zu Syrien und zur Türkei niederzulassen.

Die weithin völlig mittellosen Flüchtlinge leben zum großen Teil unter menschenunwürdigen Bedingungen und ohne Zukunftsperspektive. Die wenigsten finden Arbeit. Große Familien müssen sich oft zwei kleine Zimmer teilen. Die enormen Mietpreise und die Kosten für die Heizung, die bei häufig sehr niedrigen Temperaturen dringend notwendig wäre, sind unerschwinglich. Von der staatlichen Nahrungsmittelzuteilung sind die Flüchtlinge nach dem Verlassen ihrer Heimatgemeinden ausgeschlossen. Der Anteil von christlichen Familien unter den Flüchtlingen und Inlandsvertriebenen ist im Vergleich zur Gesamtbevölkerung erschreckend hoch. Christliche Familien sind immer schon eine Minderheit im Irak gewesen und werden nun ein bevorzugtes Ziel für die Aggression fanatischer Angehöriger religiöser Sekten.

Über das Projekt von Caritas Irak erhalten besonders bedürftige Familien über einen Zeitraum von neun Monaten alle drei Monate ein Nahrungsmittelpaket mit Käse, Speiseöl, Dosenfleisch, Tomatenmark und Trinkwasser. Etwa 1.000 Familien, die alles in ihren Heimatorten zurücklassen mussten, werden mit Haushaltsgegenständen wie Decken und Matratzen, Wasserkanistern, Töpfen, Pfannen und Geschirr versorgt. Etwa 100 mittellosen Familien kann Caritas Irak Zuschüsse zur Mietzahlung gewähren. In dem Projekt ist zudem medizinische Hilfe für rund 200 meist chronisch kranke Menschen vorgesehen. Es ist zunächst bis Ende Juni 2008 befristet.

Im Haushalt der Diözese Rottenburg-Stuttgart steht jährlich ein mit 150.000 Euro ausgestatteter und bei Bedarf aufzustockender Fonds für Hilfeleistungen bei so genannten „stillen Katastrophen“ zur Verfügung. Die Hauptabteilung Weltkirche, die diese Mittel verwaltet, kann damit auch bei Naturkatastrophen, Kriegen, Bürgerkriegen und anderen humanitären Katastrophen sofort und unbürokratisch helfen. Gerade für diese Katastrophen ist es sehr schwierig, Spenden zu bekommen. Caritas international, das Hilfswerk der katholischen Kirche für die Not- und Katastrophenhilfe, kann mit diesem Fonds der Diözese Rottenburg-Stuttgart bei derartigen Notlagen fest rechnen.