Hilfe koordinieren und weitere Möglichkeiten sondieren

Rottenburg. 16. Oktober 2013. Bischof Gebhard Fürst hat den früheren Pressesprecher der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Thomas Broch (66), zum Bischöflichen Beauftragten für Flüchtlingsfragen bestellt. Der promovierte Theologe, der seit Mai 2012 im Ruhestand lebt, übernimmt seine Aufgabe mit sofortiger Wirkung. Nach den Vorgaben des Bischofs und in Abstimmung mit Generalvikar und Hauptabteilung Caritas des Bischöflichen Ordinariats soll Broch die Hilfen der Diözese für Flüchtlinge bündeln und koordinieren. Bischof Fürst hatte am vergangenen Wochenende im Rahmen eines Martinuskongresses in Weingarten leer stehende Räume des dortigen Klosters als Herberge für Flüchtlinge angeboten.

Das traditionsreiche Benediktinerkloster Weingarten ist seit Jahren nicht mehr besiedelt. Die Ansiedlung einer anderen Gemeinschaft im Kloster St. Martin war bisher nicht möglich. Bischof Fürst betonte, Mantelteilung nach dem Vorbild des heiligen Martin bedeute, solidarisch auch Wohnraum zu teilen. Fremde und Flüchtlinge aufzunehmen, entspreche dem Wort Jesu „Ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen".

Der Bischöfliche Beauftragte soll den Vorgaben zufolge zunächst in Weingarten das weitere Vorgehen mit Land, Landkreis, kommunaler und kirchlicher Gemeinde abstimmen. Bischof Fürst regte darüber hinaus an, auch weitere Möglichkeiten der Flüchtlingsunterbringung auf dem Gebiet der Diözese zu sondieren. Auch wünscht er sich Patenschaften, die Ehrenamtliche für Flüchtlinge übernehmen. Das Angebot des Bischofs wurde unter anderem von der Landesregierung begrüßt. Das Landratsamt prüft derzeit die örtlichen Gegebenheiten mit Blick auf eine mögliche Flüchtlingsunterbringung.

Uwe Renz