Caritas

Hilfe und Solidarität auch in Corona-Zeiten

Eine ältere Frau hält einen gefüllten Einkaufskorb. Ihr gegenüber mit Abstand und verschwommen steht ein junger Mann mit Mundschutz. Links oben ist das Porträtbild von Edgar Störk eingefügt, links unten das Logo der Caritas.

Edgar Störk (o.l.) ist Ansprechpartner für organisierte Nachbarschaftshilfe in den Dekanatsbezirken Ravensburg, Bad Waldsee und Wangen - kleines Foto: Caritas

Die Nachbarschaftshilfe im Dekanat Allgäu-Oberschwaben leistete im vergangenen Jahr mehr als 104.500 Einsatzstunden.

Noch immer bestimmt die Corona-Pandemie den Alltag. Der Kontakt mit anderen ist eingeschränkt, Ältere und Menschen mit Vorerkrankungen müssen besonders auf sich achten. Vielfach haben sich Angst und Unsicherheit breit gemacht. „Gerade jetzt sind Hilfe und Solidarität mehr denn je gefragt“, sagt Edgar Störk zum Tag des Nachbarn am 28. Mai. Er ist Leiter des Caritasdienstes Hilfen im Alter und Geschäftsführer der Katholischen Arbeitsgemeinschaften für Organisierte Nachbarschaftshilfe in den Dekanatsbezirken Ravensburg, Bad Waldsee und Wangen.

Die 38 Nachbarschaftshilfe-Gruppen im Dekanat Allgäu-Oberschwaben mit ihren Einsatzleitungen engagieren sich auch in Corona-Zeiten für alte, kranke und behinderte Menschen oder auch Alleinstehende und Familien mit Kindern mit stundenweisen praktischen Hilfen, etwa bei der Haushaltsführung. So wurden im vergangenen Jahr 1.495 Personen unterstützt (2019: 1.469 Personen), über 70 Prozent davon Frauen.

Nachbarschaftshilfe oft erster Ansprechpartner

Die 964 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer leisteten mehr als 104.500 Einsatzstunden (2019: 990 Helfer/innen; 123.900 Stunden). „Mit ihrem freiwilligen Engagement ergänzen die Nachbarschaftshilfen als Anlaufstellen vor Ort das Netz der familienunterstützenden ambulanten Hilfen“, berichtet Störk. Planung und Organisation der Einsätze liegen in den Händen der jeweiligen Einsatzleitungen. Die Nachbarschaftshilfe ist häufig der erste Ansprechpartner in der Gemeinde bei Hilfe- und Pflegebedürftigkeit. Von den Hilfen zur Entlastung profitieren sowohl die Hilfebedürftigen selbst als auch pflegende Angehörige und Familien.

Die Hilfen im sozialen Bereich umfassen in erster Linie Begleitungsangebote, die den unterstützten Personen ermöglichen, Einkäufe oder Behördengänge selbst zu erledigen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Nicht selten sind die Nachbarschaftshelferinnen und -helfer aber auch wichtige Kontakt- und Vertrauenspersonen – insbesondere in Zeiten wie der Corona-Pandemie, wenn durch Kontaktverbote Isolation und Vereinsamung drohen.

Strukturen funktionieren auch in der Pandemie

Die Strukturen der örtlichen organisierten Nachbarschaftshilfe im Landkreis Ravensburg haben sich auch in der Corona-Krise bewährt. „Fast alle Gruppen konnten ihr Angebot für hilfe- und pflegebedürftige Menschen aufrechterhalten“, berichtet Störk.

Zu Beginn der Pandemie hätten sich die Einsätze etwas reduziert, da zum einen mehr Angehörige im Zuge von Kontaktsperre und Homeoffice zu Hause gewesen seien und die Unterstützung ihrer hilfebedürftigen Familienmitglieder selbst übernommen hätten. Zum anderen zählten viele der Einsatzleiter*innen und Helfer*innen der organisierten Nachbarschaftshilfe selbst zur Risikogruppe der über 60-Jährigen und mussten Vorsicht walten lassen. Zwischenzeitlich, so Störk weiter, konnten die ausgesetzten beziehungsweise reduzierten Einsätze wieder entsprechend den Corona-Regeln aufgenommen werden.

Austausch und ein offenes Ohr

Trotz Corona hätten erfreulicherweise auch die in den Arbeitsgemeinschaften jedes Jahr üblichen drei Informations- und Austauschtreffen mit den Einsatzleitungen stattfinden können, so Störk. „Natürlich stand dabei das Thema Corona in allen Facetten im Mittelpunkt.“ Darüber hinaus bestehe ein regelmäßiger Telefon-, Post- und Mailkontakt untereinander sowie mit der Geschäftsführung und dem Fachverband Familie e.V.

„Für mich ist es wichtig, immer ein offenes Ohr für die Anliegen der einzelnen Gruppen zu haben und diese durch Rundbriefe, Telefonate, schriftliche Vorlagen und andere Dinge in ihrer Arbeit zu unterstützen“, sagt Störk. Auch Schulungen und Fortbildungen werden regelmäßig angeboten. Leider konnten diese coronabedingt nicht im gewohnten Umfang durchgeführt werden. „Ich habe großen Respekt für die Ehrenamtlichen und Hochachtung für alle Helferinnen und Helfer“, betont Störk. „Nachbarschaftshilfe – das ist Hilfe aus der Gemeinde für die Gemeinde.“