Hilfreiches Bekenntnis zur Würde der menschlichen Person

Das Grundprinzip der unteilbaren Menschenwürde als das „große Ja zum menschlichen Leben“ müsse der Ausgangspunkt aller ethischen Überlegungen zur biomedizinischen Forschung sein und bleiben, betonte der Bischof. Bischof Gebhard Fürst ist Vorsitzender der Unterkommission Bioethik der Deutschen Bischofskonferenz.

Das Dokument der Glaubenskongregation stellt eine Fortschreibung der Instruktion „Donum Vitae“ vom 22. Februar 1987 dar, die durch die weitreichenden Entwicklungen biomedizinischer Technologien, besonders im Bereich der Forschung mit menschlichen Embryonen und der Stammzellenforschung zu therapeutischen Zwecken, erforderlich geworden ist.
Er begrüße es, so Bischof Fürst, dass das jetzt erschienene Lehrschreiben gerade auch christliche Wissenschaftlicher ermutige, sich im Fortschritt der Biomedizin zu engagieren und dadurch in den Dienst am Leben und der Würde leidender und gebrechlicher Menschen zu stellen. Ebenso sei aber auch die entschiedene Absage des Dokuments an alle Tendenzen dringend notwendig, biomedizinische Erkenntnisse und Technologien unter wie immer gearteten eugenischen Perspektiven voranzutreiben und einzusetzen und so den Menschen zum Objekt vermessener Optimierungsphantasien zu machen. Bestärkt fühle er sich in seiner eigenen ethischen Position dadurch, dass die Instruktion im Zusammenhang mit der Präimplatationsdiagnostik und der embryonalen Stammzellenforschung ausdrücklich den von ihm seit Jahren bewusst verwendeten Begriff des „embryonalen Menschen“ aufgreife, betonte der Bischof. Dieser Begriff verdeutliche, dass dieser embryonale Mensch von den allerersten Stadien seines Daseins an als unverwechselbares und einmaliges Individuum angelegt sei, das mit der Würde und den Rechten einer menschlichen Person ausgestattet sei und nicht auf eine Ansammlung von Zellen reduziert werden dürfe. Dass der Mensch für den christlichen Glauben das Ebenbild Gottes sei, gelte für alle Phasen seines Lebens. Er hoffe, so Bischof Fürst, dass das neue vatikanische Lehrschreiben bei Wissenschaftlern ebenso wie in einer breiten Öffentlichkeit das Bewusstsein dafür stärke, dass der Mensch zu keinem Zeitpunkt seines Lebens unter dem Scheinanspruch von Heilungs- oder Verbesserungsversprechen zum Gegenstand von Zweck- und Nutzenüberlegungen degradiert werden dürfe. Ebenso sei es zu begrüßen, wenn die Forschung im Bereich adulter Stammzellen dadurch eine deutliche Stärkung erhielte.