Historiker von wissenschaftlicher Redlichkeit und loyaler Priester

Reinhardt ist am Dienstag im Alter von 79 Jahren nach langer Krankheit in Stuttgart gestorben. Der Kirchenhistoriker habe sich über Jahrzehnte hinweg um eine qualifizierte Ausbildung der Nachwuchstheologen verdient gemacht, sagte Bischof Fürst. Historische Redlichkeit im Umgang mit der Kirche sei ebenso ein Markenzeichen seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit gewesen wie ein profundes Wissen über geschichtliche Zusammenhänge. Als Kenner besonders auch der südwestdeutschen Kirchengeschichte sei Reinhardt über seine Lehrtätigkeit an der Universität hinaus für die Diözese Rottenburg-Stuttgart ein wertvoller Berater gewesen, sagte der Bischof.

Rudolf Reinhardt wurde am 20. Januar 1928 in Stuttgart geboren. 1952 in Ellwangen zum Priester geweiht, war er zunächst Vikar in Neckarsulm. Ab Oktober 1953 war er als Repetent am Tübinger Wilhelmstift in der Ausbildung der Theologen tätig und zugleich mit seiner Promotion befasst. Ab November 1958 war er Assistent am Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte der Katholisch-theologischen Fakultät der Universität Tübingen, der seinerzeit mit Karl-August Fink besetzt war. Nach seiner Habilitation war Reinhard ab Juli 1963 Universitätsdozent in Tübingen, danach ab Mai 1967 Außerordentlicher Professor für Kirchengeschichte in Bamberg. Im Oktober 1970 kehrte er als Ordinarius an den Tübinger Lehrstuhl für Mittlere und Neuere Kirchengeschichte zurück, den er bis zu seiner Emeritierung im April 1994 innehatte.

Das Requiem für Professor Rudolf Reinhardt findet am Mittwoch, 27. Juni 2007, um 10 Uhr, in der St. Thomas-Kirche Stuttgart-Steinhaldenfeld statt; Trauerfeier und Beisetzung ist anschließend um 11 Uhr auf dem Hauptfriedhof Stuttgart-Steinhaldenfeld.