Historisches Gedächtnis der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Rottenburg. 1. Juni 2017. Werner Groß, promovierter Theologe, früherer Domkapitular und langjähriger Referent für Liturgie in der Diözese Rottenburg-Stuttgart, ist am Mittwochabend 82jährig verstorben. Seit dem Ruhestand 2004 lebte er im Kloster der Vinzentinerinnen von Untermarchtal. Bischof Gebhard Fürst würdigte ihn als von der Liturgie geprägten Geistlichen, der die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils für die württembergische Diözese auf hohem Niveau umgesetzt habe. Groß galt nicht nur als Experte in Liturgiefragen, sondern auch der Geschichte der Diözese. Über heilige Frauen und Männer in der Diözese veröffentlichte er „als historisches Gedächtnis“ in der Diözesanleitung im Ruhestand mehrere Bücher, kurz vor dem Tod sein letztes.

Werner Groß kam am 20. November 1934 in Stuttgart zur Welt und wurde 1960 in Ludwigsburg zum Priester geweiht. Nach der Vikarszeit in Ulm, Schramberg und Stuttgart berief ihn der damalige Bischof Carl Joseph Leiprecht 1964 als Repetent ins Rottenburger Priesterseminar. Fünf Jahre später wurde er dort Dozent für Liturgie. 1973 übernahm er die Leitung des Pastoralliturgischen Instituts in Rottenburg, bevor er nach seiner Promotion 1978 von Bischof Georg Moser zum Direktor des Instituts für Fort- und Weiterbildung ernannt wurde. In seiner Doktorarbeit befasste er sich mit der Geschichte des Wilhelmsstifts unter dem Blickwinkel der Theologenausbildung im Spannungsfeld von Staat und Kirche. Bischof Walter Kasper berief ihn 1989 ins Domkapitel, wo er für religiöse Kunst, Kirchenmusik, Architektur und Denkmalpflege verantwortlich war. 1987 erhielt er den Titel eines Päpstlichen Ehrenkaplans, 1998 den eines Päpstlichen Ehrenprälaten.