Hitler eignet sich nicht als Witzfigur

„Nur die Opfer könnten uns das Recht zugestehen, über Hitler zu lachen“, betont der Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Gebhard Fürst, zum Kino-Start von Dani Levys Hitler-Film „Mein Führer“ am 11. Januar. Für Fürst, der auch Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz ist, ist die Satire durchaus ein Mittel, um kritische Distanz zum Ausdruck zu bringen. Auch sei künstlerische Freiheit in der Wahl ihrer Ausdrucksmittel zu respektieren. Angesichts des unsäglichen Leids von vielen Millionen Menschen aber eigne sich die Schlüsselfigur eines Verbrecherregimes, das kaum einen historischen Vergleich zulasse, nicht als Witzfigur. Dies bedeute eine unangemessene Verharmlosung. Der Respekt vor den Opfern verbiete es, diese zu Komparsen einer Komödie zu degradieren, sagt der Medienbischof. Fürst kritisiert auch die Reduzierung der Katastrophe des Nationalsozialismus auf die Person eines einzelnen Psychopathen. Dass sich damals für einen großen Teil der deutschen Bevölkerung das Wertesystem so verkehrt hatte, dass Verbrechen als Normalität und Menschen als minderwertiges Material betrachtet werden konnten, zeige einen Abgrund des Bösen, der sich jeder Erklärung verweigere. Auf jeden Fall, so Fürst, sei dies das radikale Gegenteil einer Komödie.