Hoffnung gegen Angst hinter Gittern

Weihnachten sei kein niedliches Fest der Kinder, sondern verheiße Rettung durch den in Christus Mensch gewordenen Gott, sagte der Bischof in einem Gottesdienst mit den Gefangenen. „Lassen wir uns von dieser Zusage mitreißen und fangen selbst an, immer mehr Mensch zu werden.“ Bischof Fürst hatte während seines Studiums ein sechswöchiges Praktikum in der Anstalt Hohenasperg absolviert und den „düsteren Alltag der Gefangenen selbst kennengelernt“.

Trennung von der Familie, bevorstehende Verhandlungen, Angst vor Abschiebung und Sorge um den Bestand der Ehe nannte der Bischof als Beispiele für die Not der Häftlinge. Der Ruf der Engel an die Hirten als damals von der Gesellschaft ausgegrenzte Menschen „Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude“ möge auch sie bestärken, sprach er den Häftlingen „in ihrer nicht einfachen Lebenssituation“ zu. Gott setze mit seiner Menschwerdung gegen die starken Prinzipien von Macht und Gewalt ein stärkeres Prinzip: die unwiderstehliche Kraft der Liebe. „Ein wehrlos ausgeliefertes Kind als Retter der Welt – in dieser ver-rückten Logik liegt der Grund unserer Hoffnung.“

In die Anstalt Heimsheim kam an Heiligabend Weihbischof Thomas Maria Renz. Er feierte dort einen Gottesdienst mit Gefangenen ebenso wie Weihbischof Johannes Kreidler in Rottweil. Die bischöflichen Besuche in Gefängnissen an Heiligabend haben eine jahrelange Tradition. Vorbereitet werden sie von den Gefängnisseelsorgern der Diözese.