Hoffnung vorleben

Es falle manchmal schwer, den schönen Hoffnungsbildern zu trauen, sagte Bischof Fürst. Es gebe viel Eintönigkeit statt dem frischen Erblühen und dem Trost, von dem die Bibeltexte zu diesem Fest in starken Bildern sprächen. Statt tragfähigem Frieden werde viel Leid erfahren und Unrecht getan. Angesichts von Missbrauch und sündigem Vergehen, die auch in der Kirche geschähen, könne es schwerfallen, in der Hoffnung stark zu bleiben. Als eine große Anfechtung für die Glaubwürdigkeit der Kirche als Gemeinschaft des Glaubens und der Hoffnung bezeichnete es der Bischof, dass Kinder in einigen Fällen nicht den erforderlichen Schutzraum erfahren hätten. Um so mehr stelle sich die Frage: „Was lässt uns handeln in der Kraft des Glaubens an Gott und in der Liebe zu den Menschen?“

Die bleibende Antwort auf diese Fragen und der Grund der Hoffnung gehe von Gott selbst aus, so Bischof Fürst. Gott sei in Jesus Christus als Mensch unter den Menschen, als „Gott für uns“ gekommen. Deshalb lebten Christen aus der Hoffnung und seien zugleich ausgesandt, diese mit anderen zu teilen. Wörtlich: „Es gehört zu den wundersamen Geheimnissen der Hoffnung, dass sie – wie auch die Liebe – immer mehr wird, wenn wir sie mit anderen teilen.“ Es gehe darum, Zeichen zu setzen, damit auch in dieser Zeit Hoffnung wachsen und stark werden könne. Das geschehe etwa, wenn Menschen Nähe und Zuwendung erfahren, um die sich niemand kümmern und sorgen wolle. Wo eine zunehmende Ökonomisierung zur obersten Richtschnur werde und Menschen an den Rändern der Gesellschaft abzustürzen drohten, brauche es das Zeichen der Menschlichkeit, gerade auf die zu achten, die aus dem Blick geraten. Christen, so Bischof Fürst weiter, seien angesichts der immer weiter sich spreizenden Schere zwischen Arm und Reich gefordert, auf soziale Schieflagen hinzuweisen und aktiv daran mitzuwirken, dass jeder einzelne Mensch und jede Familie in menschenwürdigen Verhältnissen leben könnten. Die Folgen der globalen Vernetzungen in Wirtschaft und Ökologie forderten zu „anstiftenden Zeichen“ heraus, um „auf einen verantwortlichen, nachhaltig Zukunft ermöglichenden Lebensstil hinzuwirken“, betonte der Bischof.