Im Dienst an den Ärmsten

Rottenburg. 25. Oktober 2014. Nach seiner zwölftägigen Pastoralreise durch Äthiopien hat Bischof Gebhard Fürst der katholischen Kirche in dem ostafrikanischen Land Respekt und Dank ausgedrückt. Obwohl die Katholiken in der Bevölkerung eines der ärmsten Länder der Welt nicht einmal ein Prozent ausmachen, so mache die katholische Kirche nach dem Staat doch das größte sozial-diakonische Angebot, sagte der Bischof am Freitag zum Ende seiner Reise durch sieben Diözesen in Äthiopien.

Für ihn sei dort diakonische Kirche mit Händen zu greifen gewesen. Bischof Fürst wurde begleitet vom Leiter der Hauptabteilung Weltkirche der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Detlef Stäps, und dem Sprecher von deren Priesterrat, Herbert Schmucker.

Um die Arbeit der Priester in Afrika zu unterstützen, verzichten Priester der württembergischen Diözese seit 1973 im Rahmen der Aktion PRIM (Priester helfen einander in der Mission) auf einen Teil ihres Gehaltes. Allein im vergangenen Jahr kamen so 290.000 Euro zusammen, die für Priester in Äthiopien, Eritrea, Nord- und Südsudan bestimmt sind. Ebenfalls seit 1973 fördert die Diözese Rottenburg-Stuttgart Projekte in Äthiopien, zu dem damals noch der heutige Staat Eritrea gehörte. Seit damals sind insgesamt 8,5 Millionen Euro Hilfsgelder der Diözese nach Äthiopien geflossen.

Bischof Fürst konnte sich in Äthiopien von der hohen Qualität und dem unbeirrbaren kirchlichen Engagement zugunsten der Ärmsten überzeugen. Diözesen, Ordensgemeinschaften und kirchliche Hilfeinitiativen würden mit ihrem selbstlosen Einsatz glaubwürdig christliches Zeugnis ablegen, sagte der Bischof. Die Einsatzfelder sind vielfältig, von Pastoralzentren, Gesundheitsstationen, Kindergärten und Schulen hohen Standards über Kliniken, Landwirtschaftsprojekte bis zur Kompetenzförderung junger Mütter und Programmen für mangelernährte Kinder. Praktisch alle diakonischen Angebote der katholischen Kirche werden von Diözesen und Hilfswerken aus Deutschland und international unterstützt.

Dies gilt auch für das von der Stuttgarter Kirchengemeinde St. Fildelis und dem Stadtdekanat der Landeshauptstadt geförderte Attat-Hospital. Aus dem vor 45 Jahren von Missionsärztlichen Schwestern aus Bottrop gegründeten Lazarett nahe der Stadt Emdibir ist ein Krankenhaus zur Versorgung von mehr als einer Millionen Menschen geworden. In Nekemte haben Vinzentinerinnen von Untermarchtal ihre äthiopische Niederlassung mit Kindergarten und Schulen ausgeweitet. Im August erst legten drei äthiopische Schwestern die Profess ab. Noch mussten sie als Novizinnen ihre Ausbildung in der tansanischen Niederlassung Mbinga absolvieren. Künftig soll das Noviziat in einem geplanten Gebäude in Nekemte angeboten werden können.

Äthiopien hat eine christliche Tradition, die bis ins 4. Jahrhundert zurückreicht. Die katholischen Christen in Äthiopien befinden sich mit einem Prozent Bevölkerungsanteil in einer absoluten Minderheit, mit rund 44 Prozent stellen die äthiopisch-orthodoxen Christen die Mehrheit in dem von Missernten, Dürre und Hunger gezeichneten Land. Etwa 19 Prozent der Bevölkerung sind protestantische Christen, 34 Prozent nach unsicheren Schätzungen Muslime.

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