Im Dienst für Werte in der Wirtschaft

Beim Gründungsfestakt am Freitag im Schloss Hohenheim in Stuttgart betonte der in der Diözesanleitung für KIWI zuständige Ordinariatsrat Dr. Joachim Drumm, das vor einem Jahr gegründete Netzwerk stehe im Dienst für Werte in der Wirtschaft. KIWI lebe von der Vision, „dass Führungskräfte und Fachleute aus Kirche und Wirtschaft sich gemeinsam für ein werteorientiertes Leben, Führen und Arbeiten stark machen“. Der auf Erweiterung angelegte Förderkreis unterstützt die Arbeit von KIWI ideell und materiell.

Das Thema „Werte in der Wirtschaft“ habe seit Jahren Konjunktur, betonte Drumm bei der „kick-off“-Veranstaltung. Dabei handele es sich nicht um ein Mode- oder Schönwetterthema. Vielmehr habe die Finanzmarktkrise deutlich werden lassen, wie sehr wirtschaftliche Stabilität und Erfolg von Vertrauen lebe. Der Kursverlust an den Börsen stehe ganz real für den Vertrauensverlust bei den Menschen. „Die Finanzkrise ist im Kern eine Vertrauenskrise“, so der Ordinariatsrat. Damit sei Werteorientierung in der Wirtschaft nicht eine Bremse wirtschaftlichen Erfolgs, sondern dessen unverzichtbare Voraussetzung.

Als Gastredner wies Holger Rust, Leiter des Zentralen Personalmanagements der Porsche AG, darauf hin, dass weitsichtige Konzepte für die Personalgewinnung und Personalpflege wichtige Schlüsselthemen für den Unternehmenserfolg seien. Es gelte besonders im demografischen Wandel den Bedarf an fachlich qualifizierten und persönlich geeigneten Nachwuchskräften nachhaltig zu decken. Zukunftsorientierte Unternehmen seien gut beraten, solche Potenziale früh und langfristig an sich zu binden. Dies erfordere, dass Nachwuchs- und Führungskräfte systematisch auf Herausforderungen vorbereitet werden, dass die Führungsqualität ständig überprüft und gegebenenfalls verbessert wird und dass im Rahmen einer Nachfolgeplanung Schlüsselstellen weltweit qualifiziert besetzt werden können. Dieser Aufgabe habe sich die Porsche AG, die sich von einem mittelständisch geprägten Unternehmen zu einem international agierenden Konzern entwickelt habe, gestellt und dafür ein eigenes Kompetenzmodell für die Führungskräfte entworfen.
Die DekaBank wurde für ihr Personal-Konzept mit dem Deutschen Personalwirtschaftspreis 2007 ausgezeichnet. „Über unser lebenszyklusorientiertes Personal-Konzept gehen wir gezielt auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter in den verschiedenen Lebensphasen ein“, erläutert Oliver Büdel, Leiter Personal bei der DekaBank. In der so genannten Phase des Wachstums zwischen 30 und 39 Jahren stünden zugleich die Karriere sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie im Vordergrund. Der Konzern unterstütze seine Mitarbeiter beispielsweise über Angebote wie Krippen- und Kindergartenplätze sowie flexible Arbeitszeiten. In der Phase der Reife zwischen 40 und 49 Jahren dominiere meist der Wunsch nach weiteren beruflichen Herausforderungen, so Büdel. Das Thema Gesundheit werde immer wichtiger. Mit dem firmeneigenen Gesundheitszentrum Deka Health Center biete der zentrale Asset Manager der Sparkassen-Finanzgruppe seinen Mitarbeitern ein umfassendes betriebliches Gesundheitsmanagement an.
Seit seinem Bestehen organisierte das Netzwerk KIWI Seminare und Workshops zu Themen wie „Alles Familie - Familienunternehmen im Gespräch“, zu Managementfragen in christlicher Perspektive oder „Spiritual Coaching“. Im kommenden Jahr wird es unter anderem im Mai ein Seminar zu Burnout-Prophylaxe geben, im September Bergexerzitien in den Alpen, Auszeiten für Führungskräfte im Kloster und einen Workshop zum Thema führen mit dem Dirigenten Helmuth Rilling.

Hinweis: Näheres im Internet unter kiwi-netz.de.